Ist-Zustand

Kaninchen


"Allzwecknutztiere" Kaninchen
Wir lieben sie, wir quälen sie, wir töten sie!

Das Kaninchen (Oryctolagus) zählt zu den hasenartigen Tieren, wie z.B. auch der Feldhase (Lepus europaes), der Schneehase (Lepus timidus) oder der Pfeifhase. (Lepus capensis) Diese Tiere sind äußerst anpassungsfähig. Sie sind in polaren, subpolaren und gemäßigten Zonen genauso anzutreffen wie in trockenen Savannen- und Wüstengebieten. Bei uns sind Wildkaninchen an Wald- und Wiesenrändern, an Bahndämmen und in Parkanlagen und Gärten anzutreffen.

Die ursprüngliche Heimat des Wildkaninchens ist die iberische Halbinsel und Teile Nordafrikas. Spanien verdankt dem Kaninchen sogar seinen Namen. Als die seefahrenden Phönizier im Altertum die Küsten der Iberischen Halbinsel erreichten, fielen ihnen dort die vielen grauen Tiere auf. Sie benannten sie fälschlicherweise nach einer Tierart, den Klippschliefern, die sie aus ihrer Heimat kannten. Deshalb nannten sie auch das neu entdeckte Land "Ishapan", das "Land der Klippschliefer".
Die Römer verballhornten dieses Wort in späteren Zeiten zu "Hispania", und daraus wurde das heutige "Espana" oder Spanien. Die Römer erkannten schnell den Nutzen des Kaninchens als Fell- und Fleischlieferant. Da der Feldhase sich nicht als "Haustier" eignete, weil er zu schreckhaft und seine Geburtenrate zu gering war, ging man auf die Haltung von Wildkaninchen über.
Französische Mönche und Nonnen züchteten im frühen Mittelalter aus besonders ruhigen Wildkaninchen unser heutiges "Hauskaninchen". Durch selektive Züchtung wurden sie im Laufe der Jahrhunderte immer mehr den Vorstellungen der Menschen angepasst, wie zum Beispiel in Größe, Proportionen und Fellfarbe. Aber ihr Verhaltensrepertoire ist weitgehend unverändert geblieben.


"Kuscheltiere" und lebendiges Wegwerfspielzeug

In vielen Märchen und Zeichentrickfilmen sind Kaninchen die cleveren, liebenswerten Helden. Der Hase, ein naher Verwandter des Kaninchens, ist hierzulande zum Inbegriff des Osterfestes geworden, zum Symbol der Fruchtbarkeit, des Lebens und der wiedererwachenden Natur nach den langen, kalten Wintermonaten. Wir verbinden also mit dieser Tierart in aller Regel positive Assoziationen. Kaninchen sind sensible und intelligente Tiere.

Hase Noy

Haben sie ihre natürliche Scheu vor dem Menschen einmal verloren, werden sie sehr zutraulich und anhänglich und akzeptieren den Menschen schnell als "Sozialpartner". Sie lieben Körperkontakt, um ihr Bedürfnis nach Geselligkeit und Zärtlichkeit zu stillen. Sie sind verspielt, äußerst neugierig und besitzen Vorlieben und Eigenheiten, die auf eine ausgeprägte Persönlichkeitsstruktur schließen lassen. Kaninchen sind emotionale Wesen, mit einer ausgeprägten Fähigkeit, Freude, Glück, Angst, Trauer, Eifersucht und dergleichen mehr zu empfinden.

Das Kaninchen ist zu einem beliebten "Haustier" in Deutschland geworden. Nach Schätzungen leben 2 bis 2.5 Millionen Kaninchen als "Kuscheltiere" in bundesdeutschen Haushalten. Ob ihre Haltung "artgerecht" ist - wie immer man dieses Wort auch interpretieren mag - darf jedoch bezweifelt werden.


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Die Art und Weise, wie Kaninchen leider meistens gehalten werden - also in den handelsüblichen Käfigen im Haus oder in den bei Hobbyzüchtern verwendeten Kaninchenställen - ist nicht im Mindesten geeignet, den angeborenen Bedürfnissen dieser Tiere gerecht zu werden. Ihr Leben in menschlicher "Obhut" entspricht meistens nicht ihren natürlichen Bedürfnissen. Zu diesen Bedürfnissen gehören unter anderem die Möglichkeit zu ausreichender Bewegung, zum Graben und zum Rückzug in einen geschützten Unterschlupf. Nur zu oft werden die in freier Natur sozial lebenden Kolonietiere allein und in viel zu kleinen Käfigen gehalten, haben zu wenig Auslauf im Freien und kaum Abwechselung oder werden von Kindern, denen die notwendige Erfahrung im Umgang mit ihnen fehlt, ein Leben lang drangsaliert.


Kaninchen sind keine geeigneten Tiere für Kinder!

Kaninchen, die als "Kuscheltiere" im Haus gehalten und oft von Kindern betreut werden, werden leider häufig nicht ihren natürlichen Bedürfnissen gemäß versorgt. Dies geschieht zum Teil aus Unkenntnis, aber auch aus Gleichgültigkeit oder Bequemlichkeit. Ihr Leiden bleibt meistens unerkannt, da sie kaum Gegenwehr zu leisten im Stande sind und auch nicht laut schreien, wenn sie drangsaliert werden. Kaninchen können sich ihrem Peiniger kaum entziehen und erwehren. Sie sind "ihren Besitzern" auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Ob sie regelmäßig und auf richtige Weise gefüttert und getränkt werden, ob ihr Käfig sauber gehalten wird, oder ob sie Auslauf bekommen - und im Bedarfsfall tierärztlich versorgt werden - liegt allein in der Hand ihrer "Besitzer".

Eine "artgerechte" Haltung und Pflege von Kaninchen erfordert viel Zeit und viel Platz.

Fehlende Auslaufsmöglichkeit und Abwechselung führen sehr häufig zu ernsthaften Verhaltensstörungen; die Tiere werden apathisch oder neigen zu einem aggressiven Verhalten. Davon zu sprechen, dass alle "Heimkaninchen" ein trauriges, gequältes Dasein fristen, wäre sicherlich auch verfehlt.

Leider kommt es aber häufig vor, dass das geliebte "Kuscheltier" zum Problemfall wird, wenn es Möbelstücke oder Kabel anknabbert, ein "Pfützchen" auf dem Perserteppich hinterlässt, oder wenn der Urlaub naht. Der Problemfall wird dann einfach ins nächste Tierheim abgeschoben. Eine Vermittlung ist oft sehr schwierig, wenn ein ausgewachsenes Kaninchen dort abgegeben wurde. Ältere Tiere sind nicht gefragt, denn Kinder bevorzugen vor allem Jungtiere, weil sie possierlicher aussehen. Auch können nur wenige Tierheime Kaninchen ein "artgerechtes Zuhause" bieten. Die Zahl der in freier Natur ausgesetzten Kaninchen ist zwar nicht bekannt, dass sie aber in Wald und Flur kurzerhand entsorgt werden, ist sicher. Immer wieder werden kranke oder halbverhungerte Kaninchen von Waldspaziergängern gefunden und in Tierheimen abgegeben. In freier Natur ausgesetzte Kaninchen haben kaum eine Chance, lange zu überleben.

Laut Angabe des Zentralverbandes Deutscher Kaninchenzüchter werden derzeit über 70 Kaninchenrassen in insgesamt 365 verschiedenen Farbenschlägen gezüchtet. Darüber hinaus gibt es noch unzählige Zuchtvarianten, die nicht nach dem ZDK-Standard von 1997 als Kaninchenrasse anerkannt werden. Es ist nur wenigen Menschen bekannt, dass unter den verschiedenen Kaninchenrassen, die im Fachhandel angeboten werden, auch so genannte Qualzüchtungen zu finden sind.

Widder z.B. können ihre überlangen Ohren nicht richtig pflegen und neigen zu infektiösen Ohrenkrankheiten, Angorakaninchen mit einem bis zu 30 cm langem Fell leiden unter lebensgefährlichem Hitzestau, und durch die Haare, die ihnen in die Augen hängen, kommt es zu Hornhautreizungen, ganz abgesehen davon, dass sie schlechter sehen können. Bei Kaninchen mit extrem flach gezüchteten Gesichtern treten häufig Zahnfehlstellungen und Beschwerden beim Atmen auf.

Die meisten Eingriffe des Menschen in das natürliche Erbgut durch Überzüchtungen sind mitverantwortlich für die Kurzlebigkeit von Kaninchen. Viele Krankheiten, wie z.B. Diabetes, Nierenerkrankungen, Herzfehler, Störungen des Verdauungstraktes, Zahnfehlstellungen und Augenentzündungen, die den Tieren das Leben zur reinen Qual machen und zu einer geringen Lebenserwartung führen, sind die Folgen dieser unverantwortlichen Zuchtexperimente.


"Mastkaninchen" in KZ-Haltung

Foto: www.tierschutz-medienarchiv.de

Das einerseits geliebte "Kuscheltier" landet andererseits jedoch auch als Braten auf dem Tisch. Allein dies zeugt von Irrsinn! Außerdem ist den meisten Menschen nicht bekannt, unter welch tierquälerischen Bedingungen ihre "Gaumenfreude" produziert wurde. Laut Statistischem Bundesamt werden in der Bundesrepublik Deutschland rund 42.000 Tonnen Kaninchenfleisch pro Jahr konsumiert. Dies bedeutet, dass etwa 30 Millionen Mastkaninchen jährlich geschlachtet werden.

Im Durchschnitt isst jeder Deutsche 0,6 Kilogramm Kaninchenfleisch im Jahr. Durch die "BSE-Krise" hat die Nachfrage deutlich angezogen. Noch Mitte der 90er Jahre waren es gerade einmal 0,3 Kilogramm. Ein kleiner Teil der Produktion (meist "Abfallprodukte") wird zu Hunde- und Katzenfutter verarbeitet.

Kaninchen erreichen innerhalb von nur drei bis vier Monaten durch spezielles Mastfutter ein Schlachtgewicht zwischen 1,3 bis 3,3 Kilogramm.

Rund 80 Prozent dieser Tiere werden in Deutschland gezüchtet, vor allem in Grossbetrieben mit Massenhaltung, die sich auf die Kaninchenmast spezialisiert haben. In Deutschland existieren zwischen 70 und 100 dieser Grossbetriebe, in denen tierquälerische Haltungsbedingungen vorzufinden sind, und die man mit den Legebatterien in der Hennenhaltung vergleichen kann. Bis zu 5.000 Tiere leben in diesen Anlagen auf engstem Raum zusammen. Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es ca. 25 Betriebe dieser Art. Die übrigen Tiere werden von sonstigen Züchtern, teils in privater Hobbyzucht, teils in bäuerlichen Kleinbetrieben gehalten, die zum Teil in Kaninchenzuchtverbänden organisiert sind. Die Zahl solcher Privathalter wird auf 400.000 geschätzt.

Die meisten kommerziellen Kaninchenzuchtbetriebe orientieren sich an den unzureichenden Empfehlungen der World Rabbit Science Association. Die empfohlene Käfiggrundfläche wird mit lediglich 0,2 bis 0,4 Quadratmetern bei einer Käfighöhe von bis zu 40 Zentimetern als ausreichend angegeben.

Die engen, niedrigen Käfige sind mit Metall- oder Kunststoff-Rosten versehen. Einstreu fehlt vollkommen. Die Folgen sind eiternde Wunden oder Sickerblutungen (Pododermatitis ulcerosa) an den Läufen durch Aufliegen, weil die Gitterstäbe, auf denen die Kaninchen sitzen oder liegen zu scharfkantig sind. Drei bis sechs Mastkaninchen werden in einem Käfig gehalten, so dass jedem Tier maximal nur eine Fläche von 0,08 Quadratmetern zur Verfügung steht. Bei einer Käfighöhe von rund 40 Zentimetern ist ein Aufrichten zur vollen Größe unmöglich. Verkrümmungen der Wirbelsäule sind deshalb nicht selten.

Bei der üblichen Besatzdichte können sich die Kaninchen in den engen Gitter-Boxen kaum bewegen. Die "tödliche Langeweile" führt zu einem enormen psychischen Stress für die hoch sensiblen Tiere. An den Gitterstäben blutig geknabberte Münder, offene Wunden durch Beißereien oder Prellungen und Schürfwunden durch ihren Bewegungsdrang, der zwangsläufig an den Gitterstäben endet, kommen neben Verhaltensstörungen, wie stereotype Bewegungsabläufe, Selbstverstümmelungen und sogar Kannibalismus, häufig vor.

Die geruchsempfindlichen und äußerst sauberen Tiere sind einem permanenten beißenden Fäkalgestank ausgesetzt. Das laute Geräusch, das von dem stereotypen Springen der Kaninchen in ihren Käfigen herrührt, ist eine zusätzliche Belastung für die lärmempfindlichen Tiere. Knochenbrüche sind nicht selten, weil das Skelettwachstum mit der übermäßigen und unnatürlich schnellen Gewichtszunahme nicht mehr Schritt halten kann. Daneben treten Stoffwechselstörungen und Erkrankungen der Milchdrüsen auf.

Bis zu 50 Prozent der Tiere sterben auf Grund der schlechten Haltungsbedingungen oder an Infektionskrankheiten bevor sie nach etwa 3 bis 4 Monaten das Schlachtgewicht erreicht haben.
Unter optimalen Haltungsbedingungen überleben etwa 70 Prozent der Jungen eines Kaninchenwurfes; in der Massenhaltung überleben dagegen weniger als 40 Prozent.

Bei keiner anderen "Nutztierart" ist die "Ausfallrate" so hoch, weil Kaninchen extrem empfindlich auf schlechte Haltungsbedingungen reagieren.

In der Massenzüchtung bringen Muttertiere etwa alle 45 Tage bis zu neun Junge zur Welt. Um eine so hohe "Produktionsleistung" zu erzielen, werden die Muttertiere oft hormonell behandelt und gewaltsam künstlich besamt. Kurz nach der Geburt werden die Muttertiere erneut "gedeckt".

Die Stillzeit der Kaninchenmutter beträgt 28 Tage; danach werden die Jungtiere von der Mutter getrennt, da diese nur wenige Tage später wieder gebiert. Nach der Trennung werden die jungen Kaninchen entweder selbst zur Gebärmaschine, oder sie werden zur Mast mit mehreren Tieren in noch kleinere Käfige gepfercht. Vor der Geburt wird zusätzlich eine kleine Nistbox meist außen an dem Gitterkäfig angebracht. Nach etwa zwei Wochen verlassen die jungen Kaninchen diese Nistbox und bevorzugen die Nähe ihrer Mutter in dem viel zu engen Käfig. Das Muttertier hat dann keine Möglichkeit mehr, dem ständigen Drängen und Suchen ihrer Jungen nach Milch zu entkommen. Dies führt zu erheblichem Dauerstress. Verletzungen der jungen Kaninchen durch Fluchtversuche der Mutter sind die Folge.

Mit drei bis vier Monaten erreichen weibliche Kaninchen die Geschlechtsreife. Obwohl sie eine Lebenserwartung von über 10 Jahre haben können, werden weibliche Kaninchen in Zuchtbetrieben in der Regel nicht älter als ein Jahr. Durch die vielen Geburten ausgelaugt, sterben sie innerhalb dieses Zeitraumes vor Erschöpfung.

Ein weibliches Kaninchen kann durch ihre Nachkommenschaft bis zu 80 Kilogramm Fleisch pro Jahr erzeugen. Das entspricht dem Vierzigfachen des eigenen Körpergewichtes. Lässt ihre Geburtenrate während dieser Zeit deutlich nach, wird sie aus Produktivitätsgründen geschlachtet.

Das Futter besteht aus so genannten Pellets, die teilweise prophylaktisch mit Medikamenten (Kokzidiostatika, Kokzidiose) versetzt sind, weil das eintönige Kraftfutter oft zu Darmerkrankungen führt. Eine abwechselungsreiche Kost mit vielen Rohfasern wie Heu, Stroh oder frisches Grünfutter und Obst würde die Sterberate zwar deutlich vermindern, unterbleibt jedoch aus Kostengründen. Da die Tiere in ihren engen Zellen keinerlei Ablenkung haben, essen sie aus Langeweile. Zusätzlich werden die Kaninchen zur Stimulation einer vermehrten Nahrungsaufnahme einer schummrigen Dauerbeleuchtung durch Neonröhren ausgesetzt.

Mit der Tierschutz-Transportverordnung vom 25.2.1997 wird der Transport von Tieren zu gewerblichen Zwecken geregelt. Sie fordert unter anderem, dass Kaninchen während eines Transports jederzeit ihren Flüssigkeits- und Nährstoffbedarf decken können. Dies gilt aber nicht, wenn die Transportzeit weniger als 12 Stunden beträgt. Außerdem macht diese Verordnung bezüglich der Größe der Behältnisse, in denen Kaninchen transportiert werden dürfen, Unterschiede zwischen "Mastkaninchen" und "anderen Kaninchen". Bei "Mastkaninchen" handelt es sich laut Verordnung um Tiere im Alter von höchstens 90 Tagen, die zur Weitermast oder zur Schlachtung nicht länger als 12 Stunden transportiert werden. Die Höhe und Fläche der Behältnisse darf für solche Kaninchen deutlich kleiner ausfallen als für "andere Kaninchen". Außerdem gibt es keine Begrenzung der Anzahl der Tiere pro Behältnis.

Behältnisse zum Transport von "Mastkaninchen" mit einem Gewicht bis zu 3 Kilogramm müssen mindestens 20 cm hoch sein, die Fläche pro Tier muss mindestens 500 Quadratzentimeter betragen.

Das ist weniger als die Fläche einer DIN-A4 Seite!

Bei den so genannten "anderen Kaninchen" muss das Behältnis für Tiere, die zwischen 2 und 3 Kilogramm wiegen, mindestens 25 Zentimeter hoch sein, und die Fläche muss mindestens 900 Quadratzentimeter betragen. Maximal 2 Kaninchen pro Behältnis dürfen transportiert werden.

In ihrem kurzen, erbärmlichen Leben sehen sie niemals natürliches Sonnenlicht. Vom Herumhoppeln, Hakenschlagen, Springen oder Höhlengraben wie es ihrer Art entspricht, können die Tiere nicht einmal träumen, denn sie kennen es nicht. Die lebenslange Monotonie endet erst am Tage ihrer Schlachtung, wenn sie brutal aus ihren Käfigen gezerrt werden.

Das Tierschutzgesetz fordert, dass Kaninchen vor ihrer Schlachtung betäubt werden. Die Tierschutz-Schlachtverordnung vom 3.3.1997 gibt als dafür zulässige Verfahren an: Bolzenschuss, Kugelschuss, elektrische Durchströmung, Kopfschlag, Genickschlag oder die Verabreichung eines Stoffes mit Betäubungseffekt. Die am häufigsten angewendeten Betäubungsarten in den größeren Betrieben sind Bolzenschuss und Elektro-Betäubung. Die Elektro-Betäubung findet halbautomatisch statt. An wenig behaarte Stellen am Kopf (Augenlider) werden dabei Elektroden angebracht und Strom durchgeleitet. Danach wird ihnen mit einem automatisch rotierenden Messer die Kehle durchgeschnitten.

Es ist bekannt, dass rund ein Drittel der Kaninchen nur halbbetäubt oder gar nicht betäubt unters Messer gerät, verstümmelt wird und einen langsamen, qualvollen Tod stirbt.

Bei der Hausschlachtung werden die Tiere meist durch Genickschlag betäubt.

Während das Schicksal von Mastschweinen und Rindern ein relative großes Interesse in der Öffentlichkeit findet, spricht von den Mastkaninchen überhaupt niemand. Nach mehr als 50 Jahren hat es die "tierliebe" Bundesrepublik Deutschland nicht geschafft, gesetzliche Vorschriften für die Haltung und die Mast von Kaninchen zu erlassen. Obwohl die tierquälerische Haltungsart in der kommerziellen Kaninchenzucht und Kaninchenmast von Experten als nicht "artgemäß und nicht tiergerecht" beurteilt wird, geht das Leiden und Sterben dieser hochsensiblen Tiere weiter. Biologen und Verhaltensforscher fordern seit vielen Jahren ein Verbot der Batteriehaltung und kritisieren Dauerbeleuchtung, automatisierte Tötungsmethoden, das aus Pellets bestehende Einheitsfutter und viele andere tierquälerische Aspekte der kommerziellen Kaninchenmast.

Da es keine bindenden gesetzlichen Vorschriften zur Haltung von Kaninchen gibt, dient als Grundlage für ihre Haltung und Zucht lediglich das Tierschutzgesetz, das hierfür absolut unzureichend ist. Darüber hinaus existiert in Deutschland und in der Europäischen Union keine Meldepflicht für Kaninchenhalter. Die Anzahl der Betriebe und der dort gehaltenen Tiere kann lediglich geschätzt werden. Außerdem fehlen gesetzliche Vorschriften zum Transport und zur Schlachtung.

Eine bundesweite und einheitliche Kaninchen-Haltungsverordnung, die sich an den Vorgaben der Experten orientiert, steht trotz permanenter Proteste aus der Tierschutz- und Tierrecht-Bewegung bis heute noch aus.

Schätzungen zu Folge stammen 49 Prozent des in Deutschland verzehrten Kaninchenfleisches von Hobbyzüchtern, 15 Prozent von Rassekaninchenzüchtern und weitere 15 Prozent von spezialisierten Mastbetrieben. Rund 20 Prozent des Fleisches wird aus Osteuropa und China importiert. Mit einer Liefermenge von 5.739,9 Tonnen war im Jahre 2001 China der größte Importeur. Seit Anfang 2002 hat die EU ein Importverbot für Kaninchenfleisch aus China, Deutschlands größtem Drittland-Importeur, verhängt, weil Rückstände von dem Antibiotikum Chloramphenicol gefunden wurden, das seit 1994 in der EU-Tierhaltung verboten ist. Es steht im Verdacht, das Knochenmark zu schädigen.

Ein Blick über die Grenzen hinaus:

Laut FAO (UN Food and Agriculture Organization) überstieg die weltweite Produktion an Kaninchenfleisch im Jahre 2001 erstmals eine Million Tonnen. Das bedeutet, dass bei einem Durchschnittsgewicht von 2 Kilogramm 500.000.000 (fünfhundert Millionen) Kaninchen weltweit geschlachtet wurden. Bei einer Sterblichkeitsrate von 50 Prozent, die in der Kaninchenmast nicht selten ist, ergibt dies die unvorstellbare Zahl von einer Milliarde Kaninchen, die für menschliche Interessen zu Tode kamen. Der weltweit größte Produzent an Kaninchenfleisch ist China mit 315.000 Tonnen im Jahr 2000, Italien mit 221.000 Tonnen, gefolgt von Spanien mit 135.000 Tonnen und Frankreich mit 85.000 Tonnen. Ägypten produzierte 69.600 Tonnen, Malta 1.350 Tonnen und Zypern 830 Tonnen. In der EU wurden im Jahr 2000 insgesamt 570.051 Tonnen Kaninchenfleisch produziert, in Afrika 85.782 Tonnen und in Zentralamerika 4.364 Tonnen. In Nordamerika wird nur relativ wenig Kaninchenfleisch konsumiert, rund 35.000 Tonnen. Italien hält den Konsumrekord mit 5,8 Kilogramm Kaninchenfleisch pro Jahr und pro Kopf.


Angora-Kaninchen - Tierquälerei für die menschliche Eitelkeit

Auch für die Mode leiden und sterben Millionen Kaninchen pro Jahr. Angora-Kaninchen stellen eine langhaarige Extrem- bzw. Qualzüchtung dar. Diese Tiere sind ohne spezielle Behandlung und Haltung nicht lebensfähig. Weil das unnatürlich langhaarige Fell bei Verunreinigungen sehr leicht verklebt und verfilzt, werden die Tiere in der Regel einzeln in kleinen "sterilen" Gitterkäfigen gehalten, um die angeborenen Verhaltensweisen wie Scharren, Hoppeln, Springen und Spielen mit Artgenossen auszuschließen.

Die Erzeugung von Angorawolle spielt in Deutschland nur eine untergeordnete Rolle. Bei etwa 0,1 Prozent der hier gehaltenen Kaninchen handelt es sich um Angorakaninchen; das sind aber immerhin rund 16.000 Tiere.

Angora-Kaninchen werden für den modischen Angora-Pullover vier bis fünfmal pro Jahr kahl geschoren, was etwa 2000 Gramm Wolle ergibt. Bei der Prozedur des Scherens kommt es häufig zu Schnittverletzungen der äußerst empfindlichen Kaninchenhaut.

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In manchen Ländern (darunter auch Frankreich und die Schweiz) ist das tierquälerische Rupfen der Wolle noch immer erlaubt. Das Kaninchen wird hierzu auf einem Brett mit Bändern fixiert oder mit der Hand fest niedergedrückt, was zu erheblichem Stress führt. Die weiche Wolle wird betäubungslos aus dem empfindlichen Bauch- und Rückenfell gerupft. Es kommt dabei zu starken Hautrötungen und Hautentzündungen und gelegentlich sogar zu kleinen Wunden. Nicht selten sterben die Tiere nach der Schur oder dem Rupfen an Schock oder an Unterkühlung oder deren Folgen. (Lungenentzündung) Häufig werden Angora-Kaninchen auch in unterkühlten Räumen gehalten, um das Wachstum des Fellkleides zu beschleunigen. Erkältungskrankheiten und Rheuma sind die Folgen.

Die soziale Isolation (Isolationsfolter) führt zu schweren Verhaltensstörungen und macht die Tiere hochgradig apathisch. Diese psychische Störung führt sogar dazu, dass sich Angora-Kaninchen bei der sehr schmerzhaften Prozedur des Rupfens, kaum noch wehren. Die Haltungsbedingungen in Angora-Kaninchen-Farmen sind denen der Mastkaninchenbetriebe recht ähnlich. Das Leben der Angora-Kaninchen besteht aus Monotonie, engen Käfigen, Infektionskrankheiten, schmerzhafter Schur und einem gewaltsamen, vorzeitigen Tod.

Aus China, einem Land, in dem Tierschutzgesetze kaum von Bedeutung sind, stammen rund 80 % der Weltproduktion der Angora-Wolle.

Für die menschliche Eitelkeit wird Kaninchen buchstäblich das Fell über die Ohren gezogen. Speziell gezüchtete Kaninchen mit besonderem Fellkleid erleiden in ähnlichen tierquälerischen Haltungsbedingungen das gleiche Schicksal wie ihre Artgenossen in der Angora- und Mastkaninchenzucht. Die Pelze dienen als Besatz von Schuhen oder von sonstigen Kleidungsstücken oder werden zu modischen Accessoires verarbeitet.


"Versuchskaninchen"

Wir alle kennen den Begriff Versuchskaninchen. Dieses Wort ist uns so geläufig, dass es zu einem feststehenden Ausdruck unserer Alltagssprache geworden ist. Über das Leiden dieser Kaninchen machen sich die wenigsten Menschen Gedanken.

Foto: http://vegetarismus.ch

An ihnen werden vor allem die Grundsubstanzen der pharmazeutischen, der kosmetischen und der chemischen Industrie getestet, aber auch deren Endprodukte wie Gesichtswasser, Seife, Schaumbäder, Shampoos, Cremes, Lippenstifte, Wimperntusche, Puder, Zahnpasta, Haarsprays, Sonnenschutzmittel oder Pestizide, wie z. B. Unkraut- und Insektenvertilgungsmittel, Waschmittel, Lösungsmittel, Farben und vieles mehr, was mit dem menschlichen Körper in Berührung kommen könnte. An ihnen werden daneben diagnostische Methoden getestet oder Versuche zu Ausbildungszwecken durchgeführt. Außerdem werden Kaninchen zur lmpfstoffherstellung verwendet.

Nicht selten werden im gleichen Lande, aber von verschiedenen Firmen oder Konzernen die gleichen Grundsubstanzen an ihnen getestet. In allen Industrienationen dieser Erde finden für die gleichen Substanzen und Produkte, die sich meistens nur dem Namen nach von bereits getesteten Substanzen und Produkten unterscheiden, und für die gleichen Untersuchungen der Grundlagenforschung die gleichen Versuche an Kaninchen statt. Die Zahl der Kaninchen, die Jahr für Jahr weltweit diesem fragwürdigen Fortschrittsdrang des Menschen zum Opfer fallen, geht in die Millionen.

1999 wurden in Deutschland etwa 51.000 Kaninchen in Tierversuchen für Pharma- und Grundlagenforschung verbraucht. Rund 12.000 Tiere wurden Mehrfachversuchen unterzogen, und 400 Tiere Versuchen ausgesetzt, die länger als ein Jahr dauerten.

Für einen fehlgeleiteten Wissensdrang, dem keine Grenzen gesetzt sind, weder durch die Justiz noch durch die herkömmliche Moralphilosophie, wird an Versuchskaninchen amputiert, transplantiert und implantiert. Man schneidet sie lebend auf, legt Nieren, Leber oder andere Organe zu Untersuchungen frei, bricht oder zersägt ihre Knochen, verbrüht, verbrennt oder verätzt sie, man trägt das Gehirn schichtweise ab oder führt Messinstrumente ein. Man näht ihnen Augen, After oder Harngang zu, setzt sie unter Strom oder entzieht ihnen den Sauerstoff zum Atmen. Es würde Bände füllen, um alle Versuche detailliert zu beschreiben, die an ihnen vorgenommen wurden und werden. Deshalb sollen nur die bekanntesten und am häufigsten durchgeführten Versuche kurz dargestellt werden.

Der LD50-Test zur Beurteilung der akuten Toxizität:

Der Toxizitätstest wird durchgeführt, um die Giftigkeit einer Chemikalie zu beurteilen, nachdem man dieser ausgesetzt war. Bei dem am häufigsten angewendeten Toxizitätstest, dem so genannten LD-50-Test, wird einer größeren Anzahl von Kaninchen die zu testende Substanz verabreicht, um die Dosis zu heraus zu finden, bei der die Hälfte der Tiere daran stirbt. Den Kaninchen wird der Stoff über die Nahrung, durch Hautpenetration, durch Magensonde, durch Inhalation oder durch Injizieren in Venen oder Bauchhöhle verabreicht.

Oral: Die Testsubstanz wird den Tieren unter ihre Nahrung gemischt oder über eine Sonde direkt in den Magen gepumpt. Je nach Dosierung leiden die Tiere an äußerst schmerzhaften und heftigen Vergiftungserscheinungen. Sie sterben unter Schüttelkrämpfen, Zittern, Übelkeit, Lähmungen, Durchfall, oralen Blutungen oder Blutungen der Augen, Ohren oder Genitalien. Der Tod tritt meistens durch Nierenversagen, cerebrale Funktionsstörungen mit komatösen Zuständen, Herzstillstand oder inneren Blutungen ein.

Intramuskulär: Bei der Injizierung in Venen und Bauchhöhle sind ähnliche Reaktionen zu beobachten. Die Tests werden so lange fortgesetzt, bis die Hälfte der Tiere gestorben ist.

Inhalation: Die Tiere müssen über einen längeren Zeitraum die Dämpfe der zu testenden Substanz einatmen. Dies geschieht entweder mittels Inhalationskammer, in die die Tiere eingesperrt werden, oder sie werden fixiert und mit einer Atemmaske den Dämpfen der zu testenden Substanz ausgesetzt. Die Inhalation von ätzenden Chemikalien verursacht für die betroffenen Tiere, die in Panik zu fliehen versuchen, enormer Stress. Diese Tests, wenn sie nicht tödlich enden, führen zu Schleimhautentzündungen, Lungenverätzungen, Nasenbluten, Schüttelkrämpfen oder zur Bewusstlosigkeit.

Haut:

Während des Hautreizungstests sind die Kaninchen meistens fixiert, damit sie sich nicht kratzen oder lecken können. Ihr Rücken wird kahl geschoren oder das Fell wird durch ein stark klebendes Band, das rasch abgezogen wird, entfernt.

Foto: http://vegetarismus.ch

Häufig wird auch die Haut aufgeritzt oder bis auf das rohe Fleisch abgeschält, um dort die Testsubstanz aufzutragen. Bei ätzenden Substanzen bilden sich Blasen, Schwellungen oder offene Wunden. Die Tests dauern in der Regel 14 Tage, um die erforderliche Menge und den Grad der Hautpenetration festzustellen, der zum Tode der Tiere führt. In Langzeittests von 14 bis 90 Tagen wird beobachtet, welche Auswirkungen die zu testende Substanz auf Organe wie Leber, Nieren, Lungen und das Nervensystem haben. Langzeittests werden auch angewendet, um die Auswirkungen der zu testenden Substanz auf die Nachkommenschaft zu untersuchen.

Bei allen Toxizitätsstudien erleiden die Versuchskaninchen extreme Schmerzen, da sie ohne Betäubung vorgenommen werden. In der Regel enden alle Toxizitätstests mit dem Tod der betroffenen Kaninchen, da auch die Tiere, die den Test überlebt haben zwecks weiterer Untersuchungen eventueller Auswirkungen auf die inneren Organe getötet werden.

Draize-Test: Dieses Verfahren ist nach seinem amerikanischen Erfinder benannt. Der Draize-Test wird seit rund 50 Jahren angewendet, um die Schleimhautverträglichkeit der zu testenden Substanzen zu überprüfen.

fixierte Kaninchen in Maschine

Die Tiere sind dazu in Immobilisationsvorrichtungen fixiert, die ihre Bewegungsfreiheit stark einschränken. Die Kaninchenaugen werden mit Metall- oder Kunststoffklammern auseinander gehalten, damit sie nicht blinzeln können. Die zu testende Substanz wird in kurzen Abständen in die empfindlichen Augen der Kaninchen geträufelt. Es ist für sie unmöglich, die Lösung aus den Augen zu wischen. Da Kaninchen keine Tränendrüsen besitzen, können sie auch nicht die Testsubstanz durch einen Tränenfluss entfernen. Die durchschnittliche Dauer beträgt zwischen 24 und 72 Stunden. Dieser äußerst schmerzhafte Test führt zu Rötungen, Schwellungen, Ausfluss, Entzündungen, Geschwüren und Erblindung oder der Augapfel zersetzt sich vollends unter der verabreichten Chemikalie. Treten nur leichte Rötungen des Auges auf, wird das Tier für weitere Versuche benutzt, bis der Grad der Zerstörung des Auges keine weiteren Versuche mehr zulässt.

Während dieser Versuche erfolgt keine lokale Betäubung oder Verabreichung von Schmerzmitteln.

Vor vielen Jahren schon verpflichtete sich die Europäische Kommission, die Zahl der Tierversuche bis zum Jahr 2000 um 50% zu senken. Bis heute wurde von den „Eurokraten“ dieses Versprechen nicht eingehalten. Im Gegenteil, mittlerweile plant die EU ein gigantisches Testprogramm (EU-Altchemikalien-Testprogramm), bei dem bis zu 10 Millionen zusätzlicher Tierversuche durchgeführt werden sollen.

"Flintenmaterial Wildkaninchen"

Feldhase

Neben natürlichen Feinden, Myxomatose und RHD (tödliche Viruserkrankungen) und anderen anthropogenen Einflüssen ist vor allem der Jäger für den Tod von Wildkaninchen in unserem Land verantwortlich zu machen. In der Bundesrepublik Deutschland wurden in der Jagdsaison 2002 laut Angaben des Deutschen Jagdschutz Verbandes 168.825 Wildkaninchen zur Strecke gebracht. Im Jahr zuvor waren es 188.172 Wildkaninchen. Gegenüber präzisen Jagdflinten und dem streuenden Schrot haben die Kaninchen keinerlei Chance. Es kommt aber leider auch vor, dass die Tiere durch die Schrotladungen nur verletzt werden, fliehen können und langsam und qualvoll an ihren Schussverletzungen sterben. Selbst leicht verletzte Wildkaninchen sterben noch nach Stunden an Schock. Da Wildkaninchen das ganze Jahr für Nachkommenschaft sorgen, kommt es zwangsläufig vor, dass auch stillende Kaninchenmütter den Jägern zum Opfer fallen und ihre Jungen verhungern müssen.

Kaninchen fallen auch der Beizjagd (Jagd mit abgerichteten Raubvögeln) zum Opfer. Außerdem werden sie mit Hilfe von Frettchen (abgerichtete, kleine Marderart) bejagt. Bei der Frettchenjagd kommen vor allem die fluchtunfähigen Jungtiere in den unterirdischen Kaninchenbauten ums Leben.


"Zivilisationsopfer und Schädlinge"

Autoopfer Kaninchen

Durch menschliche Einflüsse und Eingriffe in die Natur z.B. chemische Düngung, fehlende Rückzugsmöglichkeiten, durch die Flurbereinigung, durch Monokulturen, durch Mähdrescher und durch den Straßenverkehr wird das Leben der Wildkaninchen permanent bedroht. Schätzungen zufolge, kommen pro Jahr im Straßenverkehr weit über 200. 000 Hasen und Wildkaninchen zu Tode. Aber auch mit gezielt verbreiteten Krankheiten geht der Mensch weltweit gegen die Wildkaninchen vor, die vielerorts als Schädlinge betrachtet werden. In Australien z. B. tötete im Jahre 1997 das Calici-Virus, das durch den Menschen freigesetzt wurde, rund zwanzig Millionen Kaninchen innerhalb von nur zwei Monaten. Zusätzlich wird Gift ausgelegt, die Kaninchenbauten werden systematisch mit Giftgas "begast", oder ein explosives Gasgemisch wird in ihre Bauten eingeleitet und zur Explosion gebracht. Die Kaninchen sterben dann entweder an Verbrennungen oder durch die entstehende Explosionsdruckwelle, die ihre Lungen platzen lässt.
   

Das traurige Fazit:

Hase Pueng

Das Kaninchen ist das "Allzwecknutztier" des Menschen. Keine andere Tierart wird für menschliche Interessen auf so vielfältige Art und Weise so brutal missbraucht und erfährt durch den Menschen ein auch nur vergleichbares Ausmaß an physischem und psychischem Schmerz. Aber diese Grausamkeiten, die den Kaninchen Stunde für Stunde, Tag für Tag und Jahr für Jahr angetan werden, stellen nur einen winzigen Punkt auf der fast unendlich weiten Skala des Tierleides und des unbeschreiblichen Grauens dar, das durch uns Menschen den Tieren zugefügt wird.


A.K.T.E. - Redaktion / Stefan Bernhard Eck

Zwecks Komplettierung und Aktualisierung dieses Textes sind wir für Mitteilungen neuer Fakten dankbar.


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