"Mein Freund, der Baum, ist tot. Der Regenwald Der tropische Regenwald oder die immergrünen oder regengrünen Laubwälder umschließen den Planeten Erde wie ein Gürtel in tropischen Breiten - also zwischen 10 Grad nördlicher und 10 Grad südlicher Breite. Sie bedecken derzeit rund 1.800 Mio. Hektar. Die bekanntesten Regionen sind in Südamerika Amazonasbecken), Afrika (Kongo-Becken, Kamerun) und Südostasien (die größten Regionen liegen derzeit auf Borneo [Kalimantan]. Sumatra). Ein großer Teil der Regenwälder in anderen Regionen Süd- und Südostasiens war früher von Regenwald bedeckt, wie die Halbinsel Malakka, Java, Bali. Sulawesi, Thailand, Philippinen?, Papua-Neuguinea, Indien, Sri Lanka, Polynesien?). All diese Länder sind ehemalige Kolonien, in denen der rapide ansteigende Bedarf der Europäer an Kaffee, Tee, Kakao, Südfrüchten, Tropenholz, Kautschuk gedeckt wurde. Unternehmungslustige Europäer entdeckten das Anlegen entsprechender Plantagen als Möglichkeit fürs schnelle Geld. Inzwischen ist ein Großteil des ehemaligen Dschungels dem Anbau von Kautschuk (z. B. Malaysia) Tee (z. B. Sri Lanka), Kaffee, Reis für die rasant wachsende Bevölkerung und den Export (z. B. Java, Bali) oder dem Straßenbau (z. B. Malaysia) geopfert worden. In Ecuador z. B. wurde ein großer Teil des früher bis zur Küste reichenden Regenwaldes für Bananen- und Palmenplantagen gerodet, ebenfalls in Costa Rica für Bananen. Auch in Australien gibt es Regenwaldgebiete, die in Gefahr sind, der "Nutzung" für die Schaf- und Rinderzucht zum Opfer zu fallen. Nach der offiziellen Entkolonialisierung bleiben diese Länder weiterhin in Abhängigkeit von den Industrieländern; sie ermöglichten die billige Versorgung mit Rohstoffen, billige Arbeitskräfte. Konzerne für Früchte (Dole, Monsanto), und Kaffee, Kakao, Tee (Nestle), Baumwollfelder und Viehweiden zerstörten große Teile des zunächst als unnütz geltenden Regenwaldes. Dadurch wurden die tropischen Länder zudem willkommene Absatzmärkte für die Pestizide der sich entwickelnden Chemie-Industrie. Später suchte und fand man dort Erdölvorkommen, Gold ... Definition • gleichbleibend konstante Temperaturen von 23 Grad C bis 27 Grad C im
Jahresmittel Botanik/Ökosystem, Der tropische Regenwald ist der Lebensraum zahlreicher indigener Völker, unzähliger z. T. akut vom Aussterben bedrohter Tierarten und natürlich unzähliger Pflanzenarten, von denen viele eine vermutlich revolutionäre medizinische Bedeutung haben könnten, wenn man sie schonend erforschen würde. Von den größeren bzw. höher entwickelten Tieren und Pflanzen leben verhältnismäßig wenige Individuen auf sehr großem Raum, dafür unzählige Arten, viele bisher unbekannt. Die Vernichtung der tropischen Wälder bedroht uns alle, denn sie sind unersetzlich für ein stabiles Weltklima. Allein der Wald im Amazonas speichert 120 Millionen Tonnen Kohlenstoff, weswegen er auch als die "Lungen der Erde" bezeichnet wird. In den weltweiten Regenwäldern leben zudem schätzungsweise 30 Millionen Tier- und Pflanzenarten, die meisten von ihnen bisher unerforscht. Jeder großflächige Eingriff verändert das komplizierte Ökosystem, das unser größtes genetisches Reservoir beherbergt. Nur die Waldvölker kennen bisher die Gesetze dieser Vielfalt, während die Wissenschaft bei der Erforschung der Regenwälder noch am Anfang steht. Über die Hälfte der Tropenwälder sind bereits vernichtet worden. Bereits in einer Generation könnten die tropischen Regenwälder vollständig vernichtet sein, falls nichts entscheidendes geschieht. Wodurch werden die Regenwälder aktuell bedroht und dezimiert? 1. Fleischkonsum Futtermittelplantagen Weideland für Rinder Geschichte der Ausbeutung Amazoniens 1755 wurde von Europäern, die die Indianer bei dessen Verwertung beobachteten, der Kautschuk entdeckt, Neben vielen anderen Verwendungsmöglichkeiten war die schließlich bedeutendste natürlich die Autoindustrie. Zwischen 1890 und 1912 herrschte in Brasilien, der legendäre Kautschuk-Boom, bis 1912 illegal Kautschuk außer Landes geschmuggelt wurde und in der Folge in Südostasien Kautschuk auf Plantagen angebaut wurde, wofür dann auch Regenwald gerodet wurde. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wird eine Waldvernichtung in dieser Region von
größerem Ausmaß beobachtet. Die Zerstörungsrate erreichte Ende der 80er Jahre mit 17 Mio. ha pro Jahr einen
Höhepunkt, der Ende der 90er Jahre fast wieder erreicht wird. Noch ist etwa die Hälfte der Tropenwälder in
naturnahem oder natürlichem Zustand - doch wenn die Vernichtung ungebremst weitergeht, dann werden in 50 Jahren
nur noch 1/3 oder 600 Mio. Hektar der derzeitigen Fläche vorhanden sein. Amazonien wird derzeit bedroht vom Futtermittelanbau (Soja), Holzeinschlag, Bohrungen nach Erdöl und der damit einhergehenden geplanten oder bereits gebauten Infrastruktur: (Straßen, Kanäle, Pipelines). Die indigenen Widerstandskämpfer und ihre Verbündeten, Mitglieder nationaler und internationaler Umweltschutzorganisationen und auch der Kirchen, werden massiv bedroht, einige sind schon ermordet worden. Flächenverluste Die langfristige Zukunft von Pará sieht
Greenpeace in der Kombination aus nachhaltiger Nutzung und der Einrichtung von
Schutzgebieten. Artensterben Artenverluste Ursachen - Fleischkonsum Essen wir Amazonien? Brasiliens Sojaproduktion stieg von 15 Millionen Tonnen in 1980 auf über 50 Millionen Tonnen vergangenes Jahr. Die Branche rechnet damit, dass die Menge bis 2007 verdoppelt werden kann. Schon heute ist Brasilien zweitgrößter Sojaexporteur weltweit. Sojaschrot ist bei uns mittlerweile das wichtigste eiweißhaltige Futtermittel in der Massentierhaltung. Seit BSE und dem Verbot, Tiermehl zu verfüttern, steigt der Bedarf, und Brasilien besitzt noch riesige Flächen, auf denen die Produktion ausgeweitet werden kann – die liegen freilich vor allem im Amazonas. Längst haben Sojafarmer große Teile der Savanne und den Übergangswald im Bundesstaat Mato Grosso im südlichen Amazonas in ein grünes, monokulturelles Meer aus Sojapflanzen verwandelt und rücken nun Richtung Norden vor. Im größten Regenwaldgebiet der Erde beginnt das große Fressen. Soya-Monokulturen breiten sich inzwischen in die Bundesstaaten Amazonas, Rondônia, Acre, Roraima, Maranhão und Tocantins aus. Flächenverluste genauer Die Maggi-Gruppe bildet die Speerspitze beim Vordringen der Sojafront in den
Amazonas. Soja ist das meist gehandelte Landwirtschaftsprodukt auf dem Weltmarkt und wird insbesondere als
Kraftfutter in der Massentierhaltung eingesetzt. in den letzten Jahrzehnten stieg die Nachfrage jährlich um zehn
Prozent. Die Sojaimporte beanspruchen außerhalb der EU große Flächen bester landwirtschaftlicher Nutzfläche. Die
Ausweitung der Sojaplantagen hat die Randbezirke des Amazonasbeckens erreicht und beginnt das Herz der
Amazonas-Regenwälder zu bedrohen. Mit dem "Soja-Hafen" Itacoatiara wurde das gesamte Amazonas-Wassersystem
für den direkten Zugang zu den europäischen Märkten geöffnet. 22 Millionen Hektar Regenwald und andere wertvolle Naturräume sind in den nächsten Jahren durch Soja-Anbau in Südamerika bedroht. Die größten deutschen Importeuer - Stand Oktober 2004 unter: http://www.regenwald.org nachzulesen. In der Folge sind zudem weitere einmalige Landschaften wie das Pantanal bedroht. Das Pantanal ist mit einer Gesamtfläche von 140 000 qkm größer als Griechenland,
liegt im mittleren Westen Brasiliens und reicht bis nach Bolivien und Paraguay. Es besteht aus sehr unterschiedlichen
Landschaftsformen, aus Regenwald, unzähligen Seen, Flüssen, Feuchtgebieten und Savannen. Zu den unzähligen dort
beheimateten seltenen und bedrohten Tierarten gehören Brillenkaiman, Riesenwaran, Cocoi-Reiher,
Schlangenhalsvogel, Jabiru, Waldstorch, Rallenkranich, Flachlandtapir, der Hyazinth-Ara und der Jaguar. Wird das Pantanal dem brasilianischen Sojaboom geopfert? Juli, September 2002 Auch in Thailand ist in den letzten Jahrzehnten ein großer Teil des ehemaligen Regenwaldes dem Futtermittelanbau geopfert worden. Holzeinschlag Im Kongobecken, in den Ländern Kongo, Kamerun, Zentralafrikanische Republik stellt der Holzeinschlag und der damit verbundene Staßenbau die akuteste Bedrohung für den Regenwald und seine Bewohner dar. "Bushmeat", das Fleisch von Schimpansen, Gorillas, Bonobos und anderer Tiere, die in einem unzugänglichen Regenwald kaum bejagt würden, ist inzwischen bei einheimischen wie ausländischen Gourmets beliebt und in Restaurants und auf Märkten "unter dem Ladentisch" zu haben. Der Schwindel mit den Zertifikaten Viele Firmen handeln ganz bewusst nach dem Motto "Einschlagen, abkassieren und weg", um den höchstmöglichen Profit zu erwirtschaften. Zudem sind praktisch alle Versuche, die Hölzer der Regenwälder nachhaltig zu nutzen, bisher gescheitert, wie zahlreiche ältere und aktuelle Studien beweisen. Mit den Wäldern gehen auch die Waldvölker zu Grunde. Mit Bulldozern und Kettensägen wird zudem eine einmalige Artenvielfalt für immer ausgerottet. Tropenholz ist oft preiswerter als qualitativ vergleichbare heimische Arten, weil die Bäume im Regenwald nicht erst angepflanzt wurden, sondern die Natur "kostenlos" geplündert wird. Zudem liegen die Löhne in den Tropenländern viel niedriger als bei uns. Auch gefällt es der Industrie, dass sich die Baumriesen aus den Regenwäldern leichter maschinell verarbeiten lassen. Bis auf wenige Spezialgebiete kann Tropenholz jedoch problemlos durch heimische Hölzer ersetzt werden. In Asien werden häufig bis zu zwei Drittel der Vegetation zerstört oder geschädigt, nur um einige wenige Baumarten aus dem Wald zu holen. Nach Einschätzung amerikanischer Wissenschaftler könnte allein das Holz, das dabei als "Abfall" im Wald zurückbleibt, den gesamten Weltbedarf decken. In Afrika werden sogar nur ein bis zwei Stämme pro Hektar genutzt. Gefährdet wird dabei der gesamte Wald, weil er von den Holzstraßen "geöffnet" wird. Für den Abtransport des Holzes werden bis zu 70 Meter breiten Straßenschneisen durch den Wald gebaut. Da die vom Holzhandel begehrten uralten Baumriesen fast nur noch in unzugänglich Gebieten wachsen, dringen die Holzkonzerne meist in bisher unberührte Primärwälder ein. Dort schlagen sie die wirtschaftlich lukrativsten Bäume. Auf den Holzfällerstraßen ziehen Wilderer und Farmer in den Wald und zerstören ihn zusätzlich durch Brandrodung und Plantagenanbau. Ein durchforsteter Regenwald ist zudem viel anfälliger für riesige Brände, wie wir sie von der Insel Borneo oder aus dem Amazonasbecken kennen. Hölzer, die aus den tropischen und subtropischen Wäldern in Asien, Afrika und Lateinamerika stammen. Produkte aus Mahagoni, Teak oder Palisander erwecken den Eindruck von Luxusartikeln. Viele Tropenhölzer wie Meranti, Ramin und Gabun werden aber für Alltagszwecke verwendet: als Sperholz, Besenstiel, Fensterrahmen, Klodeckel und Lärmschutzwand. Frankfurt a. M., 19. August 2004: Frankfurt Der unkontrollierte Handel mit dem in Asien, Europa und Nordamerika beliebten Tropenholz Ramin bedroht die letzten Sumpf-Wälder in Südostasien. In Indonesien zerstört illegaler Raubbau den Lebensraum der vom Aussterben bedrohten Orang-Utans. Laut einer Studie des WWF klafft eine große Lücke zwischen den gemeldeten Ausfuhrmengen der wichtigsten Raminexporteure Indonesien, Malaysia und Singapur und den Importzahlen der Empfängerstaaten. "Große Mengen illegales Raminholz landen mit gefälschten Papieren und anderen Tricks auf den Weltmärkten. Wie bei der Geldwäsche wird hier illegales Holz rein gewaschen. Seine wahre Herkunft bleibt den Abnehmern verborgen", so WWF-Artenschutzexperte Stefan Ziegler. Naturschützer fordern eine stärkere Zusammenarbeit der Herkunftsländer. "Die Behörden in Indonesien, Malaysia und Singapur müssen endlich konsequent gegen die Holzmafia vorgehen. Und die Regierungen müssen die zahlreichen Schlupflöcher in ihrer Gesetzgebung schließen", so Ziegler. Die jetzt vorgelegte Studie berichtet von Beschlagnahmungen illegalen Ramin-Holzes in den Herkunftsländern und den Importstaaten. In den Vereinigten Staaten entdeckte der Zoll eine Ladung von 883.000 Billiardstöcken aus illegal abgeholztem Ramin. Ramin ist ein helles, glattes Tropenholz, aus dem Möbel, Regale, Bilderrahmen, Innenjalousien, Leisten oder Gerätestiele gefertigt werden. Auch auf dem deutschen Markt gibt es zahlreiche Produkte aus Raminholz. Der Raubbau hat das jährliche Ramin-Handelsvolumen in Indonesien innerhalb von
zwanzig Jahren von 1,5 Millionen Kubikmeter auf weniger als ein Zehntel
schrumpfen lassen. "Dieser Rückgang ist leider kein Zeichen für einen
verbesserten Schutz des Tropenholzes, sondern dokumentiert ganz im Gegenteil den
drastischen Waldverlust", erläutert Ziegler. Ein ähnliche Entwicklung findet in
Malaysia statt. Dort macht auch die legale Ramin-Abholzung den verbliebenen
Sumpf-Wäldern zu schaffen. Die Studie wurde von TRAFFIC, dem Artenschutzprogramm
von WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN, verfasst. Die Bundesregierung prüft derzeit, ob eine Papierfabrik in China, in der indonesischer Zellstoff verarbeitet werden soll, mit einer Hermesbürgschaft abgesichert wird. Die indonesische Zellstoff- und Papierindustrie ist für großflächige Regenwaldzerstörungen verantwortlich. aus: Rettett den Regenwald Nov. 2003 Papier Seit vielen Jahren kämpfen die indianischen Gemeinden der Tupinikim und Guarani im brasilianischen Bundesland Espírito Santo für die Anerkennung ihrer Landrechte. Aracruz, der größte Zellstoffkonzern des Landes, hält 11.000 Hektar mit seinen Eukalyptusplantagen besetzt, die von offizieller Stelle als indianisches Land anerkannt wurde. Aracruz-Zellstoff gelangt auch auf den deutschen Markt und steckt in Produkten von Kimberly Clarke (Haakle und Kleenex) und Procter&Gamble (Tempo-Taschentücher, Pampers, Bounty-Haushaltsrollen…). Aracruz hat inzwischen Stellung zu den Vorwürfen genommen. Robin Wood hat dazu Kommentare abgegeben: "Wir" sind mal wieder Weltmeister - diesmal im Papierverbrauch. Jede/r Deutsche
konsumiert im durchschnitt ca 230 Kg Papier pro Jahr (Brasilien ca. 40 Kg.).
Fast immer könnte dieses Papier durch Recycling-Papier ersetzt werden. Ölbohrungen Mitten durch die intakten ecuadorianischen Bergregenwaldregionen Mindo, Nambillo und Cuenca Alta del Rio Guallyabamba will die OCP (Zusammenschluss 6 multinationaler Ölfirmen) eine Ölpipeline bauen, vorbei an 7 aktiven Vulkanen und mitten durch ein Erdbebengebiet. Der Bau selbst schon provoziert Erdrutsche und Bodenerosion, bedroht einzigartige Urwälder, den Lebensraum vieler indigener Völker und die Trinkwasserversorgung zehntausender Menschen in Ecuador. maßgeblich finanziert von der Düsseldorfer Westdeutschen Landesbank (WestLB). Widerständler werden verhaftet, ausgewiesen, bedroht. Seit Anfang Januar 2002 hatten Umweltschützer und von dem Pipelineprojekt
betroffene Anwohner aus Mindo an der geplanten Trasse gegen die drohende
Urwaldzerstörung protestiert. Die Anwohner von Mindo, das rund drei Autostunden
nordwestlich von Quito liegt, haben sich in der Umweltgruppe 'Accion por la Vida'
- Aktion für das Leben - zusammengeschlossen. Sieben unberührten Bergregenwälder
des Mindo-Nambillo Schutzgebiets sind aufgrund ihrer weltweit einzigartig hohen
Biodiversität und der großen Zahl nur dort vorkommender Tier- und Pflanzenarten
international als besonders wertvoll und schützenswert eingestuft worden. Die
Bevölkerung des Gebiets lebt überwiegend vom Naturtourismus und befürchtet
negative Konsequenzen des Pipelineprojekts für die jahrzehntelangen
Umweltschutzbemühungen in dem Gebiet. Das Land NRW als größter Anteilseigner der WestLB plante der Bank 450 Millionen Euro Kapitalerhöhung aus Steuergeldern zu gewähren. Mit dem Geld werden auch so katastrophale Projekte wie die Ölpipeline in Ecuador ermöglicht. Die Grünen im Januar 2002: "Die Umweltbilanz des Gesamtprojektes der 500
Kilometer langen Erdölleitung durch Ecuador ist verheerend ... Es ist nicht
hinzunehmen, dass die West LB ein Projekt mitfinanziert, das zur Zerstörung des
Regenwaldes führt und den Lebensraum der dort lebenden Menschen bedroht" Damals
lautete eine Forderung der grünen Fraktion: "Grundlegende Neu-Ausrichtung des
Auslandsgeschäftes der West LB an ökologischen und sozialen Standards." Pipeline-Finanzierung - Italienische Großbank vor dem Absprung? Die italienische Großbank BNL, die die WestLB-Pipeline in Ecuador mit finanziert, gerät immer stärker unter Druck von Gewerkschaften und Umweltgruppen. Offenbar denkt die Bank über einen Ausstieg aus der Pipeline-Finanzierung nach.(nach: www.regenwald.org Juli 2002) AKTION Ölalarm in Ecuador Sarayacu bitten die Welt um Hilfe Oktober 2003: Sieben Jahre kämpfen die indigenen Amazonasbewohner vom Volk der Sarayacu schon
gegen das Eindringen von Ölkonzernen auf ihr traditionelles Stammesgebiet. Jetzt
droht ein Militäreinsatz gegen die Ureinwohner. Der Yasuni-Nationalpark in Ecuador ist durch eine Ölstraße gefährdet. Die Shuar und Ashuar, die zu den ältesten Indianervölkern Ecuadors gehören,
bitten um Hilfe. Ihr traditionelles Stammesgebiet, intakter Regenwald, wird vom
texanischen Ölkonzern Burlington bedroht. Staudämme MDTX bittet um internationale Hilfe, damit der Druck auf die brasilianische
Regierung erhöht wird, die Mörder der getöteten Umweltaktivisten zu bestrafen
und die lokale Bevölkerung an der Entwicklung des Amazonas zu beteiligen. Rettet den Regenwald März 2005: Die Weltbank entscheidet über den Nam Theun 2 Damm in Laos. Durch den Stausee würden 450 Quadratkilometer Regenwald überflutet und 100.000 Menschen in ihrer Existenz bedroht. Gold Große Konzerne bedienen sich heute zunehmend der Zyanid-Haldenlaugung. Das erfordert große Anlagen und entsprechend riesige Maschinen. Mit Hilfe der Zyanidlauge lösen große Bergbaufirmen auch geringste Mengen Gold aus dem zerkleinerten Gestein. Dabei entstehen hochtoxische Rückstände. Die Zyanidbrühe bleibt in großen Sammelbecken zurück. Häufig laufen diese Giftseen aus und verseuchen ganze Landstriche. Ein anderes Verfahren ist die Gewinnung von Gold aus Flusssand, meist mit Quecksilber. Das Quecksilber zieht den Goldstaub an und wird dann verdampft. Dabei lagern sich giftige Gase ungefiltert in der Luft und in den Flüssen ab. Allein in den Amazonas werden pro Jahr schätzungsweise 100 Tonnen Quecksilber gekippt. Zusätzlich fallen beim Goldabbau Stickstoff, Schwefel, Kupfer, Zink und Arsen an. Goldsucher dringen bis in die abgelegensten Gebiete vor, um die steigende Goldnachfrage zu befriedigen. In Brasilien wurde etwa das Reservat der Yanomani von 90 000 Goldsuchern heimgesucht. Dutzende Indianer wurden dabei von den Eindringlingen getötet oder starben an „weißen“ Krankheiten wie Windpocken und Masern, gegen die die Yanomani keine Immunabwehr besitzen. Noch wird ein Großteil des Goldes in Südafrika, Sibirien und den USA abgebaut, doch der Trend zeigt in andere Länder. Inzwischen sind auch die Wälder von Venezuela, Ecuador, Indonesien, Ghana und vielen anderen tropischen Ländern durch Goldminen bedroht. Über 70 Staaten, davon 31 in Afrika, haben bereits ihre Minengesetze geändert, um ausländische Firmen anzulocken. Von Ghana bis zu den Philippinen werden Steuern und Abgaben gesenkt sowie Umweltauflagen außer Kraft gesetzt. Der Run auf die letzten Reservate hat begonnen. In zwanzig Jahren, schätzt man, wird die Hälfte des Goldes aus Gebieten kommen, die von indigenen Völkern bewohnt und genutzt werden. Seit 1980 hat sich die jährliche Goldproduktion von 1200 in etwa verdoppelt. Von dem weltweit geförderten Gold werden rund 85 Prozent zu Schmuck und etwa 12 Prozent in Industrie und Medizin verarbeitet. Gingen 1980 "nur" 513 Tonnen jährlich in die Schmuckproduktion, waren es 1992 schon 2300 Tonnen. Nach Angaben der "International Labour Organisation" sterben jährlich 15.000 Menschen an den Folgen des Goldabbaus. Umweltverseuchung und Vergiftungen sind beim Goldabbau die Regel. Die giftigen Dämpfe werden von Mensch und Tier inhaliert, gelangen in Seen und Flüsse und landen schließlich auch in der Nahrungskette. Quecksilber schädigt vor allem das zentrale Nervensystem. Die Zyanidlauge ist nicht ungefährlicher. Ein Teelöffel zweiprozentiger Zyanidlauge kann einen Menschen in Sekunden töten. In den Becken verenden zahlreiche Tiere - vor allem Vögel, die durch die glänzende Oberfläche der "Giftteiche" angelockt werden. Die Masse allen Goldes wird von großen Industriekonzernen produziert, und durch den aggressiven Trend zur Privatisierung steigt die Abhängigkeit von den Firmen stetig. Viele Gebiete, in denen zur Zeit noch Tausende von "kleinen Goldsuchern" aktiv sind, wurden inzwischen an ausländische Unternehmen vergeben. In einigen Ländern gibt es auch die kleinen Goldsucher, die unkontrolliert Gold schürfen. Einige arbeiten auf eigene Faust, andere in Familien oder Kooperativen. Die wenigsten werden davon reich, der Großteil führt ein Leben in Elend, Armut und Krankheit. In einigen Ländern, wie Indonesien, produzieren auch Ureinwohner Gold als Nebenerwerb zum Feldbau oder Früchtesammeln und wenden jahrhundertealte, ungiftige Methoden an. Wenn die großen Unternehmen kommen, werden die kleinen Goldsucher für illegal erklärt und von ihrem Land vertrieben. Gold ist keine erneuerbare Ressource. Eine Rekultivierung der ausgebeuteten Erde
scheint kaum möglich. Selbst im Harz sieht man die "Narben" noch Jahrhunderte
nach dem Abbau - auf diesen Stellen wächst nichts mehr außer Flechten. Durch den
Goldabbau werden für die Menschen Alternativen vernichtet, die langfristig viel
sinnvoller wären und mehr einbringen würden, wie zum Beispiel Landbau oder
Ökotourismus. Brennpunkte des Elfenbeinschmuggels Südostasien - Kalimantan (Borneo) -Zellstoff-Fabrik bedroht Borneos Regenwälder Laut Regenwald Report 4/05 und Recherchen von Global 2000 (Wien) ist die Deutsche Bank ueber "United Fiber System" (UFS) in die Zellstoffproduktion in Suedkalimantan und damit die Regenwaldzerstoerung verwickelt. Tragischer Tiger-Tod auf Sumatra Der Dschungel, in dem die letzten Tiger leben, wird von international tätigen Konzernen wie im Zeitraffer abgeholzt und in riesige Plantagen für den Anbau von billigen Rohstoffen für die Palmöl- und Papierindustrie umgewandelt. Die Folge: Die dort heimischen Tiger finden nicht mehr genügend Beutetiere oder werden bei "Ausflügen" in die umliegenden Siedlungen getötet. Die Tiefland-Regenwälder auf Sumatra werden bald vollständig verschwunden sein, wenn der Raubbau nicht umgehend beendet wird. Der WWF fordert ein sofortiges Ende des industriellen und illegalen Holzeinschlags in den letzten Regenwäldern Sumatras. Als ersten Schritt verlangt der WWF einen Einschlagstopp für die beiden größten Papierkonzerne der Welt, die indonesischen Zellstoff- und Papierproduzenten APP und APRIL, deren Produkte unter anderem als Kartonage und Kopierpapier auch auf dem deutschen Markt landen. Auf Sumatra wird immer mehr Tropenwald zerstört, jeden Tag 560 Hektar; das
entspricht 32 Fußballfelder pro Stunde! - um Platz für Holzplantagen schaffen.
Und mit dem Wald stirbt der Tiger Das Papier aus diesen Plantagen verkauft die
Papier Union in Hamburg ... An diesem Umwelt- und Sozialverbrechen verdient die
Metro in Deutschland. Der indonesische Konzern APRIL hat für seine Zellstoffproduktion bereits mindestens 300.000 Hektar Regenwald vernichtet und dabei viele Menschen von ihrem angestammten Land vertrieben. Jetzt hat APRIL eine neue Abholz-Konzession in den letzten tropischen Torfwäldern Sumatras beantragt. Während die Metro (Kaufhof und Real) die Geschäftsbeziehungen zu seinem
indonesischen Papierlieferanten APP aus Umweltschutzgründen abgebrochen hat,
kauft die Hamburger Papier Union weiter beim indonesischen Regenwald-Abholzer
APRIL (Marke "Paper One") Auch Karstadt und die Deutsche Post verzichten längst
auf Papier aus Raubbau. Hamburg plant den Verbrauch von Tropenholz aus Malaysia auszuweiten. Dabei ist
die Situation in dem Tropenland dramatisch: Jedes Jahr werden in Malaysia mehr
als 250.000 Hektar Tropenwald hauptsächlich durch den kommerziellen
Holzeinschlag zerstört. Große Mengen Tropenholz illegaler Herkunft gelangen von
Indonesien nach Malaysia und werden von dort reexportiert. Die Bundesregierung prüft derzeit, ob eine Papierfabrik in China, in der
indonesischer Zellstoff verarbeitet werden soll, mit einer Hermesbürgschaft
abgesichert wird. Die indonesische Zellstoff- und Papierindustrie ist für
großflächige Regenwaldzerstörungen verantwortlich. Mitschuld deutscher Unternehmen an Regenwald-Zerstörung Tesso Nilo gilt als Heimat der letzten Tiger und Elefanten auf Sumatra. Auf der Suche nach Nahrung verlassen die Tiere häufig ihre zerstörten Wälder, richten in den immer weiter vordringenden Plantagen Schäden an und werden deshalb erschossen oder vergiftet. Wenn ihnen der Lebensraum genommen wird, sind sie nach WWF-Angaben zum Aussterben verurteilt. Die Umweltorganisation fordert von der indonesischen Regierung, Tesso Nilo zum
Schutzgebiet zu erklären. Von den Banken verlangen die Umweltschützer,
ökologische und soziale Standards zu veröffentlichen, nach denen sie Kredite
vergeben. Konsumenten sollten kein Papier und keine Palmöl-Produkte aus
Indonesien kaufen. "Der Regenwald kann noch gerettet werden, aber die Zeit ist
knapp", sagte Geiger. Sumatra nach der Tsunami-Katastrophe Leuser Nationalpark im Spinnennetz "Ladia Galaska" heißt ein neues Projekt der Provinzregierung mit dem 15000 Kiometer Asphaltpisten gebaut werden sollen. Das umfangreiche Straßennetz soll den Pazifischen Ozean mit der Straße von Malakka und den Norden Acehs mit dem unzugänglichen Süden verbinden. Im Volksmund werden die Pläne "Spinnenetz" genannt. Die Straßen würden kreuz und quer durch Aceh führen und den Leuser Nationalpark durchschneiden. Das 2,6 Millionen Hektar große Leuder Ökosystem erstreckt sich vom südöstlichen
Aceh (80% der Gesamtfläche) bis in die Provinz Nord-Sumatra. Herzstück ist der
800 000 Hektar große Gunung Leuser Nationalpark, der im Juli 2004 zum
Weltkulturerbe erklärt wurde. Der Park gehört zu den artenreichsten Gebieten der
Welt. Seine ökologischen "Dienstleistungen" wie der Schutz von
Wassereinzugsgebieten oder die Lieferung von Süßwasserfischen haben einen
jährlichen Wert von 200 Millionen Dollar. Leuser ist auch Heimat der von
Ausrottung bedrohten Orang Utangs und der Sumatra-Tiger und letzter Lebensraum
für die Pflanzen mit den größten Blüten der Welt, die Rafflesia. "Zu reich für den Frieden - Raubbau im Kongo". Die Axt im Gorilla-Wald - Illegale Arbeiter zerstören eins der letzten
Rückzugsgebiete der vom Aussterben bedrohten Berggorillas in Ostafrika. Gefahr im Schimpansen-Wald Als größtes zusammenhängendes Waldschutzgebiet kündet der Taï-Nationalpark noch
vom Reichtum der westafrikanischen Wälder. Nur in diesem Gebiet gibt es die
einzigartigen Nussknacker-Schimpansen. Doch jetzt bedrohen Bürgerkrieg, Wilderei
und illegale Abholzung sowie das Ausbleiben internationaler Hilfe den
Taï-Nationalpark. Bonobos - die "zärtlichen Menschenaffen" - leben ausschließlich in den
Tiefland-Regenwäldern der Demokratischen Republik Kongo, in einem schwer
zugänglichen Gebiet im Herzen des Zaire-Beckens. Aber im Lebensraum der Bonobos
werden immer mehr Wälder abgeholzt und Wilderer machen gnadenlos Jagd auf die
Menschenaffen. Kleine "Lichtblicke" und Rückschläge In Indonesien sollen noch in diesem Jahr zwölf Waldgebiete unter Schutz gestellt
werden, die insgesamt eine Fläche von rund einer Million Hektar umfassen (das
entspricht etwa der Hälfte der Fläche von Rheinland-Pfalz). Der WWF hofft, dass
die Initiative der indonesischen Regierung dazu beitragen wird, die letzten
Regenwälder auf den Inseln Sumatra und Borneo zu retten. Der ehemalige Umweltminister Emil Salim aus Indonesien hat einen Bericht über
die schädlichen Folgen der Ölförderung für die Weltbank erarbeitet. Nun müssen
nur noch die Konsequenzen daraus gezogen werden. Verantwortliche Gefragt ist allerdings auch "der/die Verbraucherin", der/die kleine Konsumentin, der/die all die Produkte aus Regenwald- und anderer Umweltzerstörung als zu seinem (ihrem) Lebensstandard gehörend betrachtet. Die Verantwortung beginnt also tagtäglich im Supermarkt. Änderungen im Konsumverhalten dürfen nicht auf die kleine Subkultur der "Ökos" (oder wie man sie nun nennen will) beschränkt bleiben. Der massenhafte Konsum von Fleisch muss drastisch reduziert werden. Der Papierbedarf sollte ebenfalls zurückgehen und muss weitestgehend aus Recycling-Papier gedeckt werden. Eine stärkere Nachfrage wird Supermärkte und Kaufhäuser dazu bringen, solche Produkte wieder verstärkt ins Sortiment aufzunehmen und zu bewerben. Oder muss sich bei den anal fixierten Deutschen Lifestyle dadurch zeigen, dass man sich das teuerste Marken-Klopapier leistet? Das würde wahrhaft bedeuten, auf den Regenwald zu scheißen! Man solte darauf drängen, dass das Problem der Regenwaldzerstörung (natürlich auch alle anderen Formen der Umweltzerstörung, Klimawandel usw.) stärker bei Organisationen wie ATTAC etc.berücksichtigt wird und nicht der tagespolitischen Aktualität zum Opfer fällt. Es geht dabei um die Lebensgrundlagen unzähliger Tiere und Menschen, und zwar nicht nur vor Ort, sondern auch akut in unseren Regionen, wie die jüngsten Klimakatastrophen gezeigt haben. Der Schutz der Regenwälder und anderer Biotope ist kein Luxus für bessere Zeiten!! Gerade für globalisierungskritische Organisationen sollte er absolute Priorität haben. Einige Adressen für weitere Informationen, zum Unterstützen und Mitarbeiten: • www.regenwald.org, Rettet den Regenwald e. V., Friedhofsweg 28, D-222337
Hamburg, Tel. 0049(0)40-410 38 04, Fax 0049(0)40-450 01 44 A.K.T.E. - Redaktion / Franziska Ute Gerhardt |
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