Ist-Zustand

Waldsterben


http://www.silke-balzert.de

"Mein Freund, der Baum, ist tot.
Er fiel im ersten Morgenrot."

Der Regenwald

Der tropische Regenwald oder die immergrünen oder regengrünen Laubwälder umschließen den Planeten Erde wie ein Gürtel in tropischen Breiten - also zwischen 10 Grad nördlicher und 10 Grad südlicher Breite. Sie bedecken derzeit rund 1.800 Mio. Hektar. Die bekanntesten Regionen sind in Südamerika Amazonasbecken), Afrika (Kongo-Becken, Kamerun) und Südostasien (die größten Regionen liegen derzeit auf Borneo [Kalimantan]. Sumatra). Ein großer Teil der Regenwälder in anderen Regionen Süd- und Südostasiens war früher von Regenwald bedeckt, wie die Halbinsel Malakka, Java, Bali. Sulawesi, Thailand, Philippinen?, Papua-Neuguinea, Indien, Sri Lanka, Polynesien?). All diese Länder sind ehemalige Kolonien, in denen der rapide ansteigende Bedarf der Europäer an Kaffee, Tee, Kakao, Südfrüchten, Tropenholz, Kautschuk gedeckt wurde. Unternehmungslustige Europäer entdeckten das Anlegen entsprechender Plantagen als Möglichkeit fürs schnelle Geld. Inzwischen ist ein Großteil des ehemaligen Dschungels dem Anbau von Kautschuk (z. B. Malaysia) Tee (z. B. Sri Lanka), Kaffee, Reis für die rasant wachsende Bevölkerung und den Export (z. B. Java, Bali) oder dem Straßenbau (z. B. Malaysia) geopfert worden. In Ecuador z. B. wurde ein großer Teil des früher bis zur Küste reichenden Regenwaldes für Bananen- und Palmenplantagen gerodet, ebenfalls in Costa Rica für Bananen.

Auch in Australien gibt es Regenwaldgebiete, die in Gefahr sind, der "Nutzung" für die Schaf- und Rinderzucht zum Opfer zu fallen.

Nach der offiziellen Entkolonialisierung bleiben diese Länder weiterhin in Abhängigkeit von den Industrieländern; sie ermöglichten die billige Versorgung mit Rohstoffen, billige Arbeitskräfte. Konzerne für Früchte (Dole, Monsanto), und Kaffee, Kakao, Tee (Nestle), Baumwollfelder und Viehweiden zerstörten große Teile des zunächst als unnütz geltenden Regenwaldes. Dadurch wurden die tropischen Länder zudem willkommene Absatzmärkte für die Pestizide der sich entwickelnden Chemie-Industrie.

Später suchte und fand man dort Erdölvorkommen, Gold ...

Definition
Unter dem Begriff tropischer Regenwald versteht man: Die Entwicklung dauerfeuchter tropischer Regenwälder kann nur unter bestimmten klimatischen Voraussetzungen stattfinden. Das sind:

• gleichbleibend konstante Temperaturen von 23 Grad C bis 27 Grad C im Jahresmittel
• jährliche Niederschlagsmengen von mindestens 1 500 mm (Höchstwerte bis 10.0000 mm in Kolumbien)
• die relative Luftfeuchtigkeit beträgt mindestens 70% und liegt oft oberhalb des Taupunkts (100%)
• wichtig: die Verdunstungsrate sollte unter der abgegangenen Niederschlagsmenge liegen!
(aus:www.faszination-regenwald.de?info-center/allgemein)

Botanik/Ökosystem,
Das Ökosystem tropischer Regenwald wird von Bäumen dominiert, deren Biomasse immens groß ist. Sträucher und Kräuter findet man so gut wie gar nicht, zumindest nicht am Boden. Weil die Kronen der Bäume unterschiedlich gestaffelt sind, dringt gerade noch ein Prozent der Sonnenstrahlung bis zum Boden.. Um an das lebensnotwendige Licht zu kommen, müssen die Pflanzen nach oben. Sie setzen sich daher auf andere Pflanzen und verwenden Bäume als Träger; daher ihr Name "Aufsitzerpflanzen" oder "Epiphyten". Diese Pflanzen wachsen überall: an Stämmen, auf Zweigen, auf Blättern, und der gesamte Regenwald ist dicht mit ihnen besiedelt. Um an Wasser und Nährstoffe zu gelangen, entwickeln diese Epiphyten originelle botanische Eigenarten wie etwa die Luftwurzeln der Orchideen und die Blatt-Trichter zum Sammmeln von Humus der Bromelien.
(aus: www.faszination-regenwald.de)

Der tropische Regenwald ist der Lebensraum zahlreicher indigener Völker, unzähliger z. T. akut vom Aussterben bedrohter Tierarten und natürlich unzähliger Pflanzenarten, von denen viele eine vermutlich revolutionäre medizinische Bedeutung haben könnten, wenn man sie schonend erforschen würde.

Von den größeren bzw. höher entwickelten Tieren und Pflanzen leben verhältnismäßig wenige Individuen auf sehr großem Raum, dafür unzählige Arten, viele bisher unbekannt.

Die Vernichtung der tropischen Wälder bedroht uns alle, denn sie sind unersetzlich für ein stabiles Weltklima. Allein der Wald im Amazonas speichert 120 Millionen Tonnen Kohlenstoff, weswegen er auch als die "Lungen der Erde" bezeichnet wird. In den weltweiten Regenwäldern leben zudem schätzungsweise 30 Millionen Tier- und Pflanzenarten, die meisten von ihnen bisher unerforscht. Jeder großflächige Eingriff verändert das komplizierte Ökosystem, das unser größtes genetisches Reservoir beherbergt. Nur die Waldvölker kennen bisher die Gesetze dieser Vielfalt, während die Wissenschaft bei der Erforschung der Regenwälder noch am Anfang steht. Über die Hälfte der Tropenwälder sind bereits vernichtet worden. Bereits in einer Generation könnten die tropischen Regenwälder vollständig vernichtet sein, falls nichts entscheidendes geschieht.

Wodurch werden die Regenwälder aktuell bedroht und dezimiert?

1. Fleischkonsum Futtermittelplantagen Weideland für Rinder
2. Holzeinschlag
3. Plantagen für Palmen
4. Tabak
5. Straßenbau
6. Gewinn von Rohstoffen, Erde-, Erdgasbohrungen, Pipelines
7. Staudämme
8. Goldsuche, -abbau
9. Brandrohdung der lokalen Bevölkerung z. Anbau von Gemüse, Getreide

Geschichte der Ausbeutung Amazoniens
Basisdaten: Ursprüngliche. Fläche: 5,2 Millionen Quadratkilometer. Ein Drittel aller weltweiten Tier- und Pflanzenarten leben im Amazonas-Becken. Amazonien wurde von den portugiesischen Kolonisatoren seit dem 17. Jhdt. wirtschaftlich genutzt bzw. ausgebeutet. Die Städte Belém (1616) und Manaus (1669) wurden gegründet. Die indigene Bevölkerung wurde dabei gnadenlos niedergemetzelt oder zur Sklavenarbeit auf den Plantagen verschleppt. Mit diesem Genozid begann die wirtschaftliche Ausbeutung Amazoniens. Die frühen Siedler handelten mit Gewürzen, Heilkräutern, Früchten, Pelzen und Holz. Etwas später drangen Gold- und Diamantensucher nach und nach immer tiefer in das Hinterland des Amazonas vor. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde in Amazonien mit der Landwirtschaft begonnen. Für den Export bestimmter Kaffee, Reis und Baumwolle wurden großflächig in Plantagen angebaut.
(aus: faszination-regenwald.de)

1755 wurde von Europäern, die die Indianer bei dessen Verwertung beobachteten, der Kautschuk entdeckt, Neben vielen anderen Verwendungsmöglichkeiten war die schließlich bedeutendste natürlich die Autoindustrie. Zwischen 1890 und 1912 herrschte in Brasilien, der legendäre Kautschuk-Boom, bis 1912 illegal Kautschuk außer Landes geschmuggelt wurde und in der Folge in Südostasien Kautschuk auf Plantagen angebaut wurde, wofür dann auch Regenwald gerodet wurde.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wird eine Waldvernichtung in dieser Region von größerem Ausmaß beobachtet. Die Zerstörungsrate erreichte Ende der 80er Jahre mit 17 Mio. ha pro Jahr einen Höhepunkt, der Ende der 90er Jahre fast wieder erreicht wird. Noch ist etwa die Hälfte der Tropenwälder in naturnahem oder natürlichem Zustand - doch wenn die Vernichtung ungebremst weitergeht, dann werden in 50 Jahren nur noch 1/3 oder 600 Mio. Hektar der derzeitigen Fläche vorhanden sein.
(aus: www.pro-regenwald.org)

Amazonien wird derzeit bedroht vom Futtermittelanbau (Soja), Holzeinschlag, Bohrungen nach Erdöl und der damit einhergehenden geplanten oder bereits gebauten Infrastruktur: (Straßen, Kanäle, Pipelines). Die indigenen Widerstandskämpfer und ihre Verbündeten, Mitglieder nationaler und internationaler Umweltschutzorganisationen und auch der Kirchen, werden massiv bedroht, einige sind schon ermordet worden.

Flächenverluste
Nach Greenpeace 2003: "Sklaverei, Mord und illegaler Holzeinschlag im großen Stil" - ein heute veröffentlichter Greenpeace-Report beschreibt die Besetzung von bisher unberührten Urwaldgebieten im brasilianischen Bundesstaat Pará durch ein Netzwerk aus internationalen Holzkonzernen, Politikern und lokalen Mafia-Bossen. 25.000 Menschen müssen in Pará als Sklaven arbeiten, viele werden auf der Flucht ermordet. Im Jahr 2003 wurden im Amazonas 25.000 Quadratkilometer Regenwald zerstört - eine Fläche von der Größe Mecklenburg-Vorpommerns. Pará ist die größte Holz exportierende Region des gesamten Amazonas und verkauft tropische Hölzer auch nach Deutschland. Mehr als zwei Drittel des Holzes wird illegal im Urwald eingeschlagen. Auf der Suche nach dem "grünem Gold" Mahagoni dringt die Holzindustrie illegal in Indianerland ein und schlägt Schneisen in den Urwald. Danach werden im industriellen Maßstab auch Soja-Plantagen und Viehweiden angelegt. In entlegenen Gebieten des Urwaldes, in denen die Polizei keine Kontrolle ausübt, wird die Zerstörung des Urwalds oftmals mittels Sklaverei vorangetrieben. Mit falschen Versprechungen werden Arbeiter in die Waldregionen gelockt und geraten in eine Falle aus Schuldverpflichtungen und Arbeit. Die Flucht aus der Sklaverei muss oft mit dem Leben bezahlt werden. 29 Menschen wurden im Jahre 2002 im Zusammenhang mit der Holzmafia ermordet.

Die langfristige Zukunft von Pará sieht Greenpeace in der Kombination aus nachhaltiger Nutzung und der Einrichtung von Schutzgebieten.

Artensterben
Mit dem Verlust tropischer Waldflächen ist ein Artensterben unbekannten Ausmaßes verbunden. Es gäbe viel zu tun für Biologen und Tropenökologen: Entdeckung, Einteilung und Untersuchung neuer Arten. Doch viele Arten werden von der Bildfläche dieses Planeten verschwunden sein, ohne dass die Menschheit jemals Kenntnis von ihrer Existenz gehabt haben wird!

Artenverluste
Viele der heutigen Erkenntnisse zum Thema "Artenverluste" gehen auf den amerikanischen Zoologen Prof. Edward O. Wilson, einem Mitbegründer der Theorie der "Biogeographie von Inseln", zurück. Wilson schätzt, dass... pro Stunde 3 Arten, das sind 70 Arten am Tag und 27.000 Arten jedes Jahr. aussterben. Wilson: "Dabei ist jede Art ein unwiederbringliches, in Jahrhunderten gereiftes Unikat des Lebens". Legt man Erwins Daten (für Arthropoden) zu Grunde und geht davon aus, dass jährlich 300 Baumarten verloren gehen, dann würde dies einen Verlust von 180.000 Arthropodenarten pro Jahr bedeuten. Das wären 500 Arten am Tag! Das "National Science Board" der USA schätzt, dass in 20 Jahren 25 Prozent aller Arten ausgestorben sein werden!
Vergleichsweise bescheiden nehmen sich die natürlichen Artenverluste aus; ohne Einfluss des Menschen gehen - auf natürlichem Wege - schätzungsweise zwischen Artensterben um das 1.000- bis 10.000-fache!
(aus:faszination-regenwald.de)

Ursachen - Fleischkonsum Essen wir Amazonien?
Ein wesentlicher Grund für die Zerstörung großer Regenwaldgebiete ist der immense Fleischkonsum in den Industrieländern. Er führt dazu, dass z. B. die EU inzwischen auf Futtermittelimporte für die Schweinemast angewiesen ist. Soja für die Schweinemast soll mehr und mehr im brasilianischen Amazonasgebiet angebaut werden, und die Bundesregierung bzw. ihre Institutionen sind mitverantwortlich für Projekte, die massive, zerstörerische Eingriffe in der Amazonasregion bewirken.

Brasiliens Sojaproduktion stieg von 15 Millionen Tonnen in 1980 auf über 50 Millionen Tonnen vergangenes Jahr. Die Branche rechnet damit, dass die Menge bis 2007 verdoppelt werden kann. Schon heute ist Brasilien zweitgrößter Sojaexporteur weltweit. Sojaschrot ist bei uns mittlerweile das wichtigste eiweißhaltige Futtermittel in der Massentierhaltung. Seit BSE und dem Verbot, Tiermehl zu verfüttern, steigt der Bedarf, und Brasilien besitzt noch riesige Flächen, auf denen die Produktion ausgeweitet werden kann – die liegen freilich vor allem im Amazonas.

Längst haben Sojafarmer große Teile der Savanne und den Übergangswald im Bundesstaat Mato Grosso im südlichen Amazonas in ein grünes, monokulturelles Meer aus Sojapflanzen verwandelt und rücken nun Richtung Norden vor. Im größten Regenwaldgebiet der Erde beginnt das große Fressen. Soya-Monokulturen breiten sich inzwischen in die Bundesstaaten Amazonas, Rondônia, Acre, Roraima, Maranhão und Tocantins aus.

Flächenverluste genauer
Dass der Soja-Boom Regenwälder zerstört, ist mittlerweile auch in Berlin bekannt. Die Bundesregierung weist darauf in ihren Waldberichten hin. Trotz solcher Einsichten hat ausgerechnet die bundeseigene Deutsche Investitions- und 12-Millionen-US-Dollar-Kredit gegeben. Mit den Mitteln wurden die Lagerkapazitäten des Unternehmens für Soja erweitert. Das Projekt sei an wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Kriterien gemessen unterstützungswürdig, behauptet die DEG.

Die Maggi-Gruppe bildet die Speerspitze beim Vordringen der Sojafront in den Amazonas. Soja ist das meist gehandelte Landwirtschaftsprodukt auf dem Weltmarkt und wird insbesondere als Kraftfutter in der Massentierhaltung eingesetzt. in den letzten Jahrzehnten stieg die Nachfrage jährlich um zehn Prozent. Die Sojaimporte beanspruchen außerhalb der EU große Flächen bester landwirtschaftlicher Nutzfläche. Die Ausweitung der Sojaplantagen hat die Randbezirke des Amazonasbeckens erreicht und beginnt das Herz der Amazonas-Regenwälder zu bedrohen. Mit dem "Soja-Hafen" Itacoatiara wurde das gesamte Amazonas-Wassersystem für den direkten Zugang zu den europäischen Märkten geöffnet.
(aus: Regenwald Report 2, 2003, hrsg. von Reinhard Behrend)

22 Millionen Hektar Regenwald und andere wertvolle Naturräume sind in den nächsten Jahren durch Soja-Anbau in Südamerika bedroht. Die größten deutschen Importeuer - Stand Oktober 2004 unter: http://www.regenwald.org nachzulesen.

In der Folge sind zudem weitere einmalige Landschaften wie das Pantanal bedroht.

Das Pantanal ist mit einer Gesamtfläche von 140 000 qkm größer als Griechenland, liegt im mittleren Westen Brasiliens und reicht bis nach Bolivien und Paraguay. Es besteht aus sehr unterschiedlichen Landschaftsformen, aus Regenwald, unzähligen Seen, Flüssen, Feuchtgebieten und Savannen. Zu den unzähligen dort beheimateten seltenen und bedrohten Tierarten gehören Brillenkaiman, Riesenwaran, Cocoi-Reiher, Schlangenhalsvogel, Jabiru, Waldstorch, Rallenkranich, Flachlandtapir, der Hyazinth-Ara und der Jaguar.
(nach: Stefan Hörmann, Martin Scheuble, DAS PANTANAL, in: UMWELT-magazin BUND, Ausgabe Süd, Mai-Juli 2001, S. S. 18f Hrsg. Gert Möhrle, Freiburg

Wird das Pantanal dem brasilianischen Sojaboom geopfert?
Die Zerstörung der brasilianischen Regenwälder hat 2002 dramatisch zugenommen - um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Neben Holzfällern, Goldsuchern und Rinderbaronen sind es nun auch die Sojafarmer, die im Amazonas zu einer Zerstörungsorgie antreten. Längst haben sie große Teile der Savanne und den Übergangswald im Bundesstaat Mato Grosso im südlichen Amazonas in ein grünes, monokulturelles Meer aus Sojapflanzen verwandelt und rücken nun Richtung Norden vor. Brasilien ist zweitgrößter Sojaexporteur weltweit und will seine Produktion verdreifachen. Ein Großteil der Sojaernte wird nach Europa exportiert und dort vor allem in der Massentierhaltung verfüttert. Brasilianische Umweltschützer befürchten jetzt einen gigantischen Flussausbau ("Hidrovia") für den Sojatransport im Pantanal, dem größten Feuchtgebiet der Erde.
(nach www.regenwald.org Juli 2003)

Juli, September 2002
Das brasilianische Parlament erarbeitet eine Gesetzesvorlage, die zulässt, das die momentane Fläche des tropischen Regenwaldes um 50% verringert werden soll. Die Fläche, die vernichtet werden soll, entspricht in etwa der vierfachen Fläche Portugals. Daraus soll Acker- und Weideland werden. Was inzwischen mit den schon abgerodeten Flächen geschehen ist, und wie die Flächen zu öden Wüste wurden, ist schon bekannt. Ebenso, wie unsere Atmosphäre leidet, wenn das Kohlendioxyd nicht mehr abgebaut werden kann.

Auch in Thailand ist in den letzten Jahrzehnten ein großer Teil des ehemaligen Regenwaldes dem Futtermittelanbau geopfert worden.

Holzeinschlag
"Im Herzen Afrikas tobt ein Krieg gegen die Schöpfung, abgeschieden und kaum beachtet. Dort beschaffen sich europäische Holzkonzerne für uns Konsumenten in Europa und den USA billiges und hochwertiges Tropenholz."
(aus: Ruedi Suter, Der stille Krieg im Regenwald, in: Regenwald Report Nr. 4/03, hrsg. von Reinhard Behrend)

Im Kongobecken, in den Ländern Kongo, Kamerun, Zentralafrikanische Republik stellt der Holzeinschlag und der damit verbundene Staßenbau die akuteste Bedrohung für den Regenwald und seine Bewohner dar. "Bushmeat", das Fleisch von Schimpansen, Gorillas, Bonobos und anderer Tiere, die in einem unzugänglichen Regenwald kaum bejagt würden, ist inzwischen bei einheimischen wie ausländischen Gourmets beliebt und in Restaurants und auf Märkten "unter dem Ladentisch" zu haben.

Der Schwindel mit den Zertifikaten
Während umweltbewusste Verbraucher vor zehn Jahren noch sicher sein konnten, dass es praktisch kein nachhaltig geschlagenes Tropenholz gab, hat die Branche versucht, ihr Image aufzupolieren. Auf Teakmöbeln kleben plötzlich Ökosiegel, Hölzer aus Ländern wie Kamerun sind mit nationalen Zertifikaten ausgestattet. Dabei belegen verschiedene aktuelle Studien, dass in dem zentralafrikanischen Land ohne Korruption beim Holzhandel wenig läuft und der Raubbau an den dortigen Wäldern dramatische Formen angenommen hat. Und Kamerun ist kein Einzelfall.

Viele Firmen handeln ganz bewusst nach dem Motto "Einschlagen, abkassieren und weg", um den höchstmöglichen Profit zu erwirtschaften. Zudem sind praktisch alle Versuche, die Hölzer der Regenwälder nachhaltig zu nutzen, bisher gescheitert, wie zahlreiche ältere und aktuelle Studien beweisen. Mit den Wäldern gehen auch die Waldvölker zu Grunde. Mit Bulldozern und Kettensägen wird zudem eine einmalige Artenvielfalt für immer ausgerottet.

Tropenholz ist oft preiswerter als qualitativ vergleichbare heimische Arten, weil die Bäume im Regenwald nicht erst angepflanzt wurden, sondern die Natur "kostenlos" geplündert wird. Zudem liegen die Löhne in den Tropenländern viel niedriger als bei uns. Auch gefällt es der Industrie, dass sich die Baumriesen aus den Regenwäldern leichter maschinell verarbeiten lassen. Bis auf wenige Spezialgebiete kann Tropenholz jedoch problemlos durch heimische Hölzer ersetzt werden.

In Asien werden häufig bis zu zwei Drittel der Vegetation zerstört oder geschädigt, nur um einige wenige Baumarten aus dem Wald zu holen. Nach Einschätzung amerikanischer Wissenschaftler könnte allein das Holz, das dabei als "Abfall" im Wald zurückbleibt, den gesamten Weltbedarf decken. In Afrika werden sogar nur ein bis zwei Stämme pro Hektar genutzt. Gefährdet wird dabei der gesamte Wald, weil er von den Holzstraßen "geöffnet" wird. Für den Abtransport des Holzes werden bis zu 70 Meter breiten Straßenschneisen durch den Wald gebaut. Da die vom Holzhandel begehrten uralten Baumriesen fast nur noch in unzugänglich Gebieten wachsen, dringen die Holzkonzerne meist in bisher unberührte Primärwälder ein. Dort schlagen sie die wirtschaftlich lukrativsten Bäume. Auf den Holzfällerstraßen ziehen Wilderer und Farmer in den Wald und zerstören ihn zusätzlich durch Brandrodung und Plantagenanbau. Ein durchforsteter Regenwald ist zudem viel anfälliger für riesige Brände, wie wir sie von der Insel Borneo oder aus dem Amazonasbecken kennen.

Hölzer, die aus den tropischen und subtropischen Wäldern in Asien, Afrika und Lateinamerika stammen. Produkte aus Mahagoni, Teak oder Palisander erwecken den Eindruck von Luxusartikeln. Viele Tropenhölzer wie Meranti, Ramin und Gabun werden aber für Alltagszwecke verwendet: als Sperholz, Besenstiel, Fensterrahmen, Klodeckel und Lärmschutzwand.

Frankfurt a. M., 19. August 2004: Frankfurt Der unkontrollierte Handel mit dem in Asien, Europa und Nordamerika beliebten Tropenholz Ramin bedroht die letzten Sumpf-Wälder in Südostasien. In Indonesien zerstört illegaler Raubbau den Lebensraum der vom Aussterben bedrohten Orang-Utans. Laut einer Studie des WWF klafft eine große Lücke zwischen den gemeldeten Ausfuhrmengen der wichtigsten Raminexporteure Indonesien, Malaysia und Singapur und den Importzahlen der Empfängerstaaten. "Große Mengen illegales Raminholz landen mit gefälschten Papieren und anderen Tricks auf den Weltmärkten. Wie bei der Geldwäsche wird hier illegales Holz rein gewaschen. Seine wahre Herkunft bleibt den Abnehmern verborgen", so WWF-Artenschutzexperte Stefan Ziegler.

Naturschützer fordern eine stärkere Zusammenarbeit der Herkunftsländer. "Die Behörden in Indonesien, Malaysia und Singapur müssen endlich konsequent gegen die Holzmafia vorgehen. Und die Regierungen müssen die zahlreichen Schlupflöcher in ihrer Gesetzgebung schließen", so Ziegler.

Die jetzt vorgelegte Studie berichtet von Beschlagnahmungen illegalen Ramin-Holzes in den Herkunftsländern und den Importstaaten. In den Vereinigten Staaten entdeckte der Zoll eine Ladung von 883.000 Billiardstöcken aus illegal abgeholztem Ramin. Ramin ist ein helles, glattes Tropenholz, aus dem Möbel, Regale, Bilderrahmen, Innenjalousien, Leisten oder Gerätestiele gefertigt werden. Auch auf dem deutschen Markt gibt es zahlreiche Produkte aus Raminholz.

Der Raubbau hat das jährliche Ramin-Handelsvolumen in Indonesien innerhalb von zwanzig Jahren von 1,5 Millionen Kubikmeter auf weniger als ein Zehntel schrumpfen lassen. "Dieser Rückgang ist leider kein Zeichen für einen verbesserten Schutz des Tropenholzes, sondern dokumentiert ganz im Gegenteil den drastischen Waldverlust", erläutert Ziegler. Ein ähnliche Entwicklung findet in Malaysia statt. Dort macht auch die legale Ramin-Abholzung den verbliebenen Sumpf-Wäldern zu schaffen. Die Studie wurde von TRAFFIC, dem Artenschutzprogramm von WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN, verfasst.
(nach: WWF)

Die Bundesregierung prüft derzeit, ob eine Papierfabrik in China, in der indonesischer Zellstoff verarbeitet werden soll, mit einer Hermesbürgschaft abgesichert wird. Die indonesische Zellstoff- und Papierindustrie ist für großflächige Regenwaldzerstörungen verantwortlich. aus: Rettett den Regenwald Nov. 2003

Papier
Unsere Zukunft liegt im Klopapier" sagte ein Manager des Zellstoff-Konzerns Aracruz.Eine breite Schneise von Eukalyptus-Plantagen des Zellstoff-Firma Aracruz zieht sich durch den brasilianischen Bundesstaat Espirito Santo. Frueher stand dort der Mata Atlantica, für den mannshohe Baumfarne und Urwaldriesen, Bromelien, Lianen, Moose, Flechten und Orchideen typisch sind.

Seit vielen Jahren kämpfen die indianischen Gemeinden der Tupinikim und Guarani im brasilianischen Bundesland Espírito Santo für die Anerkennung ihrer Landrechte. Aracruz, der größte Zellstoffkonzern des Landes, hält 11.000 Hektar mit seinen Eukalyptusplantagen besetzt, die von offizieller Stelle als indianisches Land anerkannt wurde. Aracruz-Zellstoff gelangt auch auf den deutschen Markt und steckt in Produkten von Kimberly Clarke (Haakle und Kleenex) und Procter&Gamble (Tempo-Taschentücher, Pampers, Bounty-Haushaltsrollen…). Aracruz hat inzwischen Stellung zu den Vorwürfen genommen. Robin Wood hat dazu Kommentare abgegeben:

"Wir" sind mal wieder Weltmeister - diesmal im Papierverbrauch. Jede/r Deutsche konsumiert im durchschnitt ca 230 Kg Papier pro Jahr (Brasilien ca. 40 Kg.). Fast immer könnte dieses Papier durch Recycling-Papier ersetzt werden.
(nach: regenwald.org)

Ölbohrungen
Die unersättliche Gier nach Erdöl macht auch vor den tropischen Regenwäldern nicht halt. Insbesondere im Amazonasbecken wird nach Öl gebohrt und die Wälder mit langen Pipelines durchzogen.

Mitten durch die intakten ecuadorianischen Bergregenwaldregionen Mindo, Nambillo und Cuenca Alta del Rio Guallyabamba will die OCP (Zusammenschluss 6 multinationaler Ölfirmen) eine Ölpipeline bauen, vorbei an 7 aktiven Vulkanen und mitten durch ein Erdbebengebiet. Der Bau selbst schon provoziert Erdrutsche und Bodenerosion, bedroht einzigartige Urwälder, den Lebensraum vieler indigener Völker und die Trinkwasserversorgung zehntausender Menschen in Ecuador. maßgeblich finanziert von der Düsseldorfer Westdeutschen Landesbank (WestLB). Widerständler werden verhaftet, ausgewiesen, bedroht.

Seit Anfang Januar 2002 hatten Umweltschützer und von dem Pipelineprojekt betroffene Anwohner aus Mindo an der geplanten Trasse gegen die drohende Urwaldzerstörung protestiert. Die Anwohner von Mindo, das rund drei Autostunden nordwestlich von Quito liegt, haben sich in der Umweltgruppe 'Accion por la Vida' - Aktion für das Leben - zusammengeschlossen. Sieben unberührten Bergregenwälder des Mindo-Nambillo Schutzgebiets sind aufgrund ihrer weltweit einzigartig hohen Biodiversität und der großen Zahl nur dort vorkommender Tier- und Pflanzenarten international als besonders wertvoll und schützenswert eingestuft worden. Die Bevölkerung des Gebiets lebt überwiegend vom Naturtourismus und befürchtet negative Konsequenzen des Pipelineprojekts für die jahrzehntelangen Umweltschutzbemühungen in dem Gebiet.
(nach: www.regenwald.org)

Das Land NRW als größter Anteilseigner der WestLB plante der Bank 450 Millionen Euro Kapitalerhöhung aus Steuergeldern zu gewähren. Mit dem Geld werden auch so katastrophale Projekte wie die Ölpipeline in Ecuador ermöglicht.

Die Grünen im Januar 2002: "Die Umweltbilanz des Gesamtprojektes der 500 Kilometer langen Erdölleitung durch Ecuador ist verheerend ... Es ist nicht hinzunehmen, dass die West LB ein Projekt mitfinanziert, das zur Zerstörung des Regenwaldes führt und den Lebensraum der dort lebenden Menschen bedroht" Damals lautete eine Forderung der grünen Fraktion: "Grundlegende Neu-Ausrichtung des Auslandsgeschäftes der West LB an ökologischen und sozialen Standards."
(aus: Rettet den Regenwald Juni 2002)

Pipeline-Finanzierung - Italienische Großbank vor dem Absprung?

Die italienische Großbank BNL, die die WestLB-Pipeline in Ecuador mit finanziert, gerät immer stärker unter Druck von Gewerkschaften und Umweltgruppen. Offenbar denkt die Bank über einen Ausstieg aus der Pipeline-Finanzierung nach.
(nach: www.regenwald.org Juli 2002)

AKTION Ölalarm in Ecuador Sarayacu bitten die Welt um Hilfe Oktober 2003:

Sieben Jahre kämpfen die indigenen Amazonasbewohner vom Volk der Sarayacu schon gegen das Eindringen von Ölkonzernen auf ihr traditionelles Stammesgebiet. Jetzt droht ein Militäreinsatz gegen die Ureinwohner.
(nach: http://www.regenwald.org)

Der Yasuni-Nationalpark in Ecuador ist durch eine Ölstraße gefährdet.

Die Shuar und Ashuar, die zu den ältesten Indianervölkern Ecuadors gehören, bitten um Hilfe. Ihr traditionelles Stammesgebiet, intakter Regenwald, wird vom texanischen Ölkonzern Burlington bedroht.
(aus: August 2004 Reinhard Behrend Rettet den Regenwald e. V.)

Staudämme
Die weltweite Gier nach Energie führt zu Staudamm-Projekten. "Was wird vom Rio Xingu übrig bleiben für die Menschen, die am Fluss leben", fragte Ademir Alfeu Federicci immer wieder. Der Brasilianer gehörte zu den schärfsten Kritikern des so genannten Belo Monte Staudamms. Am 25 August diesen Jahres wurde Ademir Alfeu Federicci ermordet. Der Rio Xingu ist ein riesiger Nebenfluss des Amazonas im Bundesstaat Para.. Ende der 80er Jahre gelang es den hier lebenden Kayapo-Indianern, Regierungspläne zum Bau von sechs großen Staudämmen zu verhindern, durch die ihre Stammesgebiete überflutet worden wären. Der internationale Protest, der sich gegen befürchtete Umweltschäden und Verletzung von Menschenrechten richtete, überzeugte sogar die Weltbank, sich aus der Finanzierung der Dämme zurückzuziehen. Jetzt taucht der staatliche Energiekonzern Eletronorte wieder auf und will am Rio Xingu den ersten Damm, den Belo Monte, doch noch bauen. Kritiker des Projektes fürchten, dass flussaufwärts weitere Dämme geplant sind. Dadurch würden große Flächen Regenwald in den Fluten versinken. Während Eletronortes PR-Manager den Xingu-Damm als "Geschenk Gottes" anpreisen, wird der Kampf um die Zukunft des Amazonas immer blutiger. Seit Juli 2001 wurden fünf Mitglieder von Graswurzel-Organisationen getötet, Hunderte landeten im Gefängnis. Der Grund: Die Umweltaktivisten wehren sich verzweifelt gegen einen Regierungsplan, mit dem 40 Milliarden US-Dollar für die weitere "Entwicklung" des Amazonas investiert werden sollen. Geplant sind 6000 Kilometer neue highways, Staudämme, Bergwerke, die Erschließung von Gas- und Ölfeldern und die Ausweisung neuer Konzessionen für Holzkonzerne.Dagegen kämpft eine Koalition aus 113 Organisationen, die sich MDTX nennt (Movimento Pelo Desenvolvimento da Transamazonica e Xingu). Das Bündnis steht für die Vertretung von Bauern, Frauen, indigenen Völkern, Wissenschaftlern und religiösen Gruppen. Sie alle fordern für den Amazonas eine nachhaltige Entwicklung, eine Bodenreform sowie den Schutz indigenerRechte und der einzigartigen Ökosysteme.

MDTX bittet um internationale Hilfe, damit der Druck auf die brasilianische Regierung erhöht wird, die Mörder der getöteten Umweltaktivisten zu bestrafen und die lokale Bevölkerung an der Entwicklung des Amazonas zu beteiligen.
(nach: www.regenwald.ORG November 2001)

Rettet den Regenwald März 2005: Die Weltbank entscheidet über den Nam Theun 2 Damm in Laos. Durch den Stausee würden 450 Quadratkilometer Regenwald überflutet und 100.000 Menschen in ihrer Existenz bedroht.

Gold
Gold ist ein Metall aus der Urgeschichte der Erde. Es findet sich als Goldader an einigen Rissen in der Erdkruste und als Auswaschung aus dem Gestein in Flussablagerungen. Gold kommt in der Erdkruste in extrem geringer Konzentration vor (im Schnitt drei Gramm pro Tonne). Gigantische Berge an Gestein werden durchsiebt, um ein paar Gramm Gold zu erhalten. Das Ausmaß verdeutlicht John E. Young im Magazin Minewatch: "Der Abfall, der pro Jahr im Goldbergbau anfällt, reicht aus, um einen Müllwagen-Konvoi aus 250-Tonnern Stoßstange an Stoßstange rund um den Äquator zu bilden."

Große Konzerne bedienen sich heute zunehmend der Zyanid-Haldenlaugung. Das erfordert große Anlagen und entsprechend riesige Maschinen. Mit Hilfe der Zyanidlauge lösen große Bergbaufirmen auch geringste Mengen Gold aus dem zerkleinerten Gestein. Dabei entstehen hochtoxische Rückstände. Die Zyanidbrühe bleibt in großen Sammelbecken zurück. Häufig laufen diese Giftseen aus und verseuchen ganze Landstriche. Ein anderes Verfahren ist die Gewinnung von Gold aus Flusssand, meist mit Quecksilber. Das Quecksilber zieht den Goldstaub an und wird dann verdampft. Dabei lagern sich giftige Gase ungefiltert in der Luft und in den Flüssen ab. Allein in den Amazonas werden pro Jahr schätzungsweise 100 Tonnen Quecksilber gekippt. Zusätzlich fallen beim Goldabbau Stickstoff, Schwefel, Kupfer, Zink und Arsen an. Goldsucher dringen bis in die abgelegensten Gebiete vor, um die steigende Goldnachfrage zu befriedigen. In Brasilien wurde etwa das Reservat der Yanomani von 90 000 Goldsuchern heimgesucht. Dutzende Indianer wurden dabei von den Eindringlingen getötet oder starben an „weißen“ Krankheiten wie Windpocken und Masern, gegen die die Yanomani keine Immunabwehr besitzen.

Noch wird ein Großteil des Goldes in Südafrika, Sibirien und den USA abgebaut, doch der Trend zeigt in andere Länder. Inzwischen sind auch die Wälder von Venezuela, Ecuador, Indonesien, Ghana und vielen anderen tropischen Ländern durch Goldminen bedroht. Über 70 Staaten, davon 31 in Afrika, haben bereits ihre Minengesetze geändert, um ausländische Firmen anzulocken. Von Ghana bis zu den Philippinen werden Steuern und Abgaben gesenkt sowie Umweltauflagen außer Kraft gesetzt. Der Run auf die letzten Reservate hat begonnen. In zwanzig Jahren, schätzt man, wird die Hälfte des Goldes aus Gebieten kommen, die von indigenen Völkern bewohnt und genutzt werden.

Seit 1980 hat sich die jährliche Goldproduktion von 1200 in etwa verdoppelt. Von dem weltweit geförderten Gold werden rund 85 Prozent zu Schmuck und etwa 12 Prozent in Industrie und Medizin verarbeitet. Gingen 1980 "nur" 513 Tonnen jährlich in die Schmuckproduktion, waren es 1992 schon 2300 Tonnen.

Nach Angaben der "International Labour Organisation" sterben jährlich 15.000 Menschen an den Folgen des Goldabbaus. Umweltverseuchung und Vergiftungen sind beim Goldabbau die Regel. Die giftigen Dämpfe werden von Mensch und Tier inhaliert, gelangen in Seen und Flüsse und landen schließlich auch in der Nahrungskette. Quecksilber schädigt vor allem das zentrale Nervensystem. Die Zyanidlauge ist nicht ungefährlicher. Ein Teelöffel zweiprozentiger Zyanidlauge kann einen Menschen in Sekunden töten. In den Becken verenden zahlreiche Tiere - vor allem Vögel, die durch die glänzende Oberfläche der "Giftteiche" angelockt werden.

Die Masse allen Goldes wird von großen Industriekonzernen produziert, und durch den aggressiven Trend zur Privatisierung steigt die Abhängigkeit von den Firmen stetig. Viele Gebiete, in denen zur Zeit noch Tausende von "kleinen Goldsuchern" aktiv sind, wurden inzwischen an ausländische Unternehmen vergeben. In einigen Ländern gibt es auch die kleinen Goldsucher, die unkontrolliert Gold schürfen. Einige arbeiten auf eigene Faust, andere in Familien oder Kooperativen. Die wenigsten werden davon reich, der Großteil führt ein Leben in Elend, Armut und Krankheit. In einigen Ländern, wie Indonesien, produzieren auch Ureinwohner Gold als Nebenerwerb zum Feldbau oder Früchtesammeln und wenden jahrhundertealte, ungiftige Methoden an. Wenn die großen Unternehmen kommen, werden die kleinen Goldsucher für illegal erklärt und von ihrem Land vertrieben.

Gold ist keine erneuerbare Ressource. Eine Rekultivierung der ausgebeuteten Erde scheint kaum möglich. Selbst im Harz sieht man die "Narben" noch Jahrhunderte nach dem Abbau - auf diesen Stellen wächst nichts mehr außer Flechten. Durch den Goldabbau werden für die Menschen Alternativen vernichtet, die langfristig viel sinnvoller wären und mehr einbringen würden, wie zum Beispiel Landbau oder Ökotourismus.
(aus; www.regenwald.org)

Brennpunkte des Elfenbeinschmuggels
Handel mit dem "weißen Gold" geht weiter. Einzig China verschärft Kontrollen. Die Nachfrage nach Elfenbein in Asien und Afrika lässt den illegalen Handel mit dem "weißen Gold" weiter ansteigen. Einzig in China sind erste Trends zu verzeichnen, dass stärkere Kontrollen greifen.
(nach: http://www.wwf.de/presse/pressearchiv/artikel/02104/index.html)

Südostasien - Kalimantan (Borneo) -Zellstoff-Fabrik bedroht Borneos Regenwälder
Mit finanziellen Garantien will die Weltbank eine 1,2 Milliarden US-Dollar teure Zellstoff-Fabrik in Südkalimantan auf der indonesischen Insel Borneo absichern. Die Zellstoff-Industrie in Indonesien ist für das illegale Abholzen riesiger Regenwaldflächen und die Vergiftung von Flüssen, Böden und Luft verantwortlich. Das geplante Projekt bedroht die ohnehin schon stark degradierten Wälder auf Borneo, Heimat der letzten Orang-Utans. Deutschland ist drittgrößter Geldgeber der Weltbank und hat einen eigenen Exekutivdirektor.
(aus: http://www.regenwald.org; Januar 2004)

Laut Regenwald Report 4/05 und Recherchen von Global 2000 (Wien) ist die Deutsche Bank ueber "United Fiber System" (UFS) in die Zellstoffproduktion in Suedkalimantan und damit die Regenwaldzerstoerung verwickelt.

Tragischer Tiger-Tod auf Sumatra
Sumatra-Tiger stehen durch Wilderei und Raubbau an den Regenwäldern Indonesiens kurz vor dem Aussterben. Gnadenlose Wilderei und der ungezügelte Holzeinschlag in den Regenwäldern Indonesiens haben die Tiger auf der indonesischen Insel Sumatra an den Rand des Aussterbens gebracht. Seit 1998 sind jedes Jahr mindestens 50 Tiger Opfer skrupelloser Wilderer geworden sind. Heute leben nur noch etwa 400 bis 500 der großen Raubkatzen in den letzten Regenwald-"Inseln" auf Sumatra Die Wilderei verstärkt die extreme Bedrohung der Tiger, die seit Jahrzehnten durch den Verlust ihres Lebensraums dezimiert werden: Nirgendwo sonst auf der Welt wird der Regenwald so schnell vernichtet wie auf Sumatra. Die Tigerfelle, -tatzen, -knochen und -zähne landen als Trophäen und Glücksbringer auf dem indonesischen Markt oder werden als Heilmittel in der Traditionellen Asiatischen Medizin verwendet. Der WWF befürchtet, dass die Sumatra-Tiger angesichts der ungezügelten Wilderei und des Regenwaldschwunds bald das gleiche Schicksal erleiden werden wie ihre einstigen Verwandten: Bereits in den 1940er Jahren waren die Bali-Tiger ausgestorben, in den 1970er Jahren folgten ihnen die Kaspischen und in den 1980er Jahren die Java-Tiger nach.

Der Dschungel, in dem die letzten Tiger leben, wird von international tätigen Konzernen wie im Zeitraffer abgeholzt und in riesige Plantagen für den Anbau von billigen Rohstoffen für die Palmöl- und Papierindustrie umgewandelt. Die Folge: Die dort heimischen Tiger finden nicht mehr genügend Beutetiere oder werden bei "Ausflügen" in die umliegenden Siedlungen getötet. Die Tiefland-Regenwälder auf Sumatra werden bald vollständig verschwunden sein, wenn der Raubbau nicht umgehend beendet wird. Der WWF fordert ein sofortiges Ende des industriellen und illegalen Holzeinschlags in den letzten Regenwäldern Sumatras. Als ersten Schritt verlangt der WWF einen Einschlagstopp für die beiden größten Papierkonzerne der Welt, die indonesischen Zellstoff- und Papierproduzenten APP und APRIL, deren Produkte unter anderem als Kartonage und Kopierpapier auch auf dem deutschen Markt landen.

Auf Sumatra wird immer mehr Tropenwald zerstört, jeden Tag 560 Hektar; das entspricht 32 Fußballfelder pro Stunde! - um Platz für Holzplantagen schaffen. Und mit dem Wald stirbt der Tiger Das Papier aus diesen Plantagen verkauft die Papier Union in Hamburg ... An diesem Umwelt- und Sozialverbrechen verdient die Metro in Deutschland.
(nach regenwald.org April und Juni 2004 und WWF)

Der indonesische Konzern APRIL hat für seine Zellstoffproduktion bereits mindestens 300.000 Hektar Regenwald vernichtet und dabei viele Menschen von ihrem angestammten Land vertrieben. Jetzt hat APRIL eine neue Abholz-Konzession in den letzten tropischen Torfwäldern Sumatras beantragt.

Während die Metro (Kaufhof und Real) die Geschäftsbeziehungen zu seinem indonesischen Papierlieferanten APP aus Umweltschutzgründen abgebrochen hat, kauft die Hamburger Papier Union weiter beim indonesischen Regenwald-Abholzer APRIL (Marke "Paper One") Auch Karstadt und die Deutsche Post verzichten längst auf Papier aus Raubbau.
(aus: Rettet den Regenwald )

Hamburg plant den Verbrauch von Tropenholz aus Malaysia auszuweiten. Dabei ist die Situation in dem Tropenland dramatisch: Jedes Jahr werden in Malaysia mehr als 250.000 Hektar Tropenwald hauptsächlich durch den kommerziellen Holzeinschlag zerstört. Große Mengen Tropenholz illegaler Herkunft gelangen von Indonesien nach Malaysia und werden von dort reexportiert.
(nach: www.regenwald.org März 2003)

Die Bundesregierung prüft derzeit, ob eine Papierfabrik in China, in der indonesischer Zellstoff verarbeitet werden soll, mit einer Hermesbürgschaft abgesichert wird. Die indonesische Zellstoff- und Papierindustrie ist für großflächige Regenwaldzerstörungen verantwortlich.
(aus: Rettett den Regenwald Nov. 2003)

Mitschuld deutscher Unternehmen an Regenwald-Zerstörung
Deutsche Banken und Firmen haben nach Ansicht der Umweltstiftung WWF die Zerstörung des indonesischen Regenwaldes mit zu verantworten. "Die Zerstörung des Regenwaldes Tesso Nilo wird maßgeblich durch Kredite deutscher Banken finanziert», sagte der Tropenwaldexperte des WWF, Martin Geiger, bei der Vorstellung einer Studie zur Rolle Europas bei der Regenwald-Vernichtung. Tesso Nilo, ein Regenwald im Zentrum der indonesischen Insel Sumatra, werde gerodet und in Plantagen umgewandelt. Die dabei gewonnenen Rohstoffe kämen als Papier, Margarine oder Süßigkeiten in deutsche Geschäfte.
Um den immensen Hunger nach billigem Holz, Papier und Palmöl zu stillen, werde auf Sumatra ein ökologisches Juwel zerstört. Der Wald von der Fläche der Stadt Berlin sei vor zehn Jahren noch zweieinhalb Mal so groß gewesen. «Wenn die Zerstörung des Regenwaldes nicht gestoppt wird, ist Tesso Nilo innerhalb der nächsten zwei Jahre von der Landkarte verschwunden."

Tesso Nilo gilt als Heimat der letzten Tiger und Elefanten auf Sumatra. Auf der Suche nach Nahrung verlassen die Tiere häufig ihre zerstörten Wälder, richten in den immer weiter vordringenden Plantagen Schäden an und werden deshalb erschossen oder vergiftet. Wenn ihnen der Lebensraum genommen wird, sind sie nach WWF-Angaben zum Aussterben verurteilt.

Die Umweltorganisation fordert von der indonesischen Regierung, Tesso Nilo zum Schutzgebiet zu erklären. Von den Banken verlangen die Umweltschützer, ökologische und soziale Standards zu veröffentlichen, nach denen sie Kredite vergeben. Konsumenten sollten kein Papier und keine Palmöl-Produkte aus Indonesien kaufen. "Der Regenwald kann noch gerettet werden, aber die Zeit ist knapp", sagte Geiger.
(nach dpa WWF 02/2004; vistaverde.de)

Sumatra nach der Tsunami-Katastrophe
In Aceh waren von den knapp 5,7 Millionen Hektar ursprüngl 4,1 Millionen Hektar bewaldet. seit anfang der 90iger Jahre wurden etwa 1,5 Millionen Hektar zerstört. Mittlerweile beträgt die jährliche Entwaldungsrate dort rund 270 000 Hektar. Illegalen Holzeinschlag gibt es vor allem in den Distrkten Southeast Aceh, Singkil, South Aceh und Central Aceh - fast alles Gebiete, die zum Leuser Nationalpark gehören. Der Regenwald Sumatras ist bedroht wie kaum ein anderer: Plantagen für Palmöl und Zellstoff für blütenweißes Papier fressen die Heimat von Waldelefant, Sumatra-Tiger und Nashorn. Dorfbewohner werden von Plantagenkonzernen von ihren Feldern vertrieben und die Flüsse mit Zellstoffabwässern vergiftet. Geschäfte mit den Regenwaldvernichtern machen auch deutsche Unternehmen und Banken, u. a. die Hamburger Paper Union. Deutsche Banken leisten millioneneschwere Kredite, die derzeitige Bundesregierung fördert die Regenwaldzerstörung mit Hermesbürgschaften. Der indonesische Konzern APRIL hat für seine Zellstoffproduktion bereits 300 000 Hektar Regenwald auf Sumatra zerstört und setzt seinen Vernichtungsfeldzug in anderen asiatischen Ländern fort (u. a. Malasya).
(nach Regenwald-Report 1/2005 und regenwald.org April und Juni 2004)

Leuser Nationalpark im Spinnennetz
Das Leuser-Ökosystem in Indonesien ist das letzte noch intakte Rückzugsgebiet für Tiger, Nashörner, Elefanten und Orang-Utans auf Sumatra und beherbergt 26.000 Quadratkilometer tropischen Regenwald: Wegen seiner einzigartigen Biodiversität zählt es zu den hot-spots des internationalen Naturschutzes. Jetzt plant die Provinzregierung ein Straßennetz mitten durch die einmaligen Urwälder. Ein Finanzkonsortium mit der Weltbank an der Spitze will die nötigen Kredite geben.
(nach www.regenwald.org Dezember 2002)

"Ladia Galaska" heißt ein neues Projekt der Provinzregierung mit dem 15000 Kiometer Asphaltpisten gebaut werden sollen. Das umfangreiche Straßennetz soll den Pazifischen Ozean mit der Straße von Malakka und den Norden Acehs mit dem unzugänglichen Süden verbinden. Im Volksmund werden die Pläne "Spinnenetz" genannt. Die Straßen würden kreuz und quer durch Aceh führen und den Leuser Nationalpark durchschneiden.

Das 2,6 Millionen Hektar große Leuder Ökosystem erstreckt sich vom südöstlichen Aceh (80% der Gesamtfläche) bis in die Provinz Nord-Sumatra. Herzstück ist der 800 000 Hektar große Gunung Leuser Nationalpark, der im Juli 2004 zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Der Park gehört zu den artenreichsten Gebieten der Welt. Seine ökologischen "Dienstleistungen" wie der Schutz von Wassereinzugsgebieten oder die Lieferung von Süßwasserfischen haben einen jährlichen Wert von 200 Millionen Dollar. Leuser ist auch Heimat der von Ausrottung bedrohten Orang Utangs und der Sumatra-Tiger und letzter Lebensraum für die Pflanzen mit den größten Blüten der Welt, die Rafflesia.
(aus: Regenwald Report 1/2005, S. 7)

"Zu reich für den Frieden - Raubbau im Kongo".
Der Kongo ist zu reich, um Frieden zu finden. Seine Rohstoffe sind begehrt und mit ein Grund für die schlimmen Kämpfe der vergangenen. Coltan und Niobium sind die heißbegehrten Mineralien, ohne die die Computerindustrie, Mobilfunkhersteller, Weltraumtechnik und Waffenproduzenten ihre Produkte nicht herstellen können. Es sind besonders deutsche Händler und Industrielle, die an den Rohstoffen interessiert sind . Sie nutzen ethnisch motivierten Hassausbrüche und finanzieren die Rebellenarmee, die den Ost-Kongo kontrolliert, damit sie die Reichtümer des Landes ungestört ausführen können. Hartmut Idzko hat für den "Auslandsreporter" des SWR den östlichen Kongo bei Goma und Bukavu bereist, schildert den Konflikt um Rohstoffe und Reichtum, und sprach mit Minenbesitzern, Händlern, Arbeitern und Bauern.
(Auslandsreporter Sendung vom 21.01.2004 um 21:45 im SWR)

Die Axt im Gorilla-Wald - Illegale Arbeiter zerstören eins der letzten Rückzugsgebiete der vom Aussterben bedrohten Berggorillas in Ostafrika.
(WWF: www.wwf.de/presse/pressearchiv/artikel/01973/index.html)

Gefahr im Schimpansen-Wald
Während des Bürgerkrieges in der Republik Elfenbeinküste wurden zahlreiche Dörfer im Umkreis des Parks zerstört. Die Menschen flohen vor den Kämpfen in den Park und richteten dort großen Schaden an. Die Tier- und Pflanzenwelt ist in Gefahr. Der Taï-Nationalpark, die Zuflucht der Schimpansen und Zwergflusspferde braucht, jetzt schnelle Hilfe.

Als größtes zusammenhängendes Waldschutzgebiet kündet der Taï-Nationalpark noch vom Reichtum der westafrikanischen Wälder. Nur in diesem Gebiet gibt es die einzigartigen Nussknacker-Schimpansen. Doch jetzt bedrohen Bürgerkrieg, Wilderei und illegale Abholzung sowie das Ausbleiben internationaler Hilfe den Taï-Nationalpark.
(aus: WWF-Newsletter März 2005)

Bonobos - die "zärtlichen Menschenaffen" - leben ausschließlich in den Tiefland-Regenwäldern der Demokratischen Republik Kongo, in einem schwer zugänglichen Gebiet im Herzen des Zaire-Beckens. Aber im Lebensraum der Bonobos werden immer mehr Wälder abgeholzt und Wilderer machen gnadenlos Jagd auf die Menschenaffen.
(nach WWF)

Kleine "Lichtblicke" und Rückschläge
Die erste Hürde für den Elefantenwald Tesso Nilo ist genommen . Der Regenwald von Tesso Nilo auf der indonesischen Insel Sumatra wird tatsächlich zum Nationalpark. Das erste Stück, eine Fläche von rund 38.000 Hektar, wurde nun von der Regierung unter Schutz gestellt. Ein Erfolg, der unter anderem auf die intensive Lobbyarbeit des WWF zurückzuführen ist - vor Ort und auch von Deutschland aus.

In Indonesien sollen noch in diesem Jahr zwölf Waldgebiete unter Schutz gestellt werden, die insgesamt eine Fläche von rund einer Million Hektar umfassen (das entspricht etwa der Hälfte der Fläche von Rheinland-Pfalz). Der WWF hofft, dass die Initiative der indonesischen Regierung dazu beitragen wird, die letzten Regenwälder auf den Inseln Sumatra und Borneo zu retten.
(nach: www.wwf.de/presse/pressearchiv/artikel/01655/index.html

Der ehemalige Umweltminister Emil Salim aus Indonesien hat einen Bericht über die schädlichen Folgen der Ölförderung für die Weltbank erarbeitet. Nun müssen nur noch die Konsequenzen daraus gezogen werden.
(nach regenwald.org und Reinhard Behrend, Rettet den Regenwald e. V Mai 2004)

Verantwortliche
Für den Raubbau an den Regenwäldern sind keineswegs nur die lokalen Regierungen und Bevölkerungen verantwortlich und die viel geschmähte Korruption vor Ort, er ist eine Folge des weltweiten Profitstrebens großer Konzerne auch aus den Industrienationen, und der Konsumgewohnheiten vor allem in diesen Nationen (Fleisch, Papier, Zellstoffprodukte, Produkte aus Palmöl wie u. a. Margarine, Kosmetika, manche Süßigkeiten, Holz in verschiedenster Form, aber auch Tabak, Kaffee, Tee, Kakao, Südfrüchte, Kautschuk. Darüberhinaus Weltbank (deren drittgrößter Geldgeber Deutschland ist!), IWF, Regierungen und Banken, die die Interessen von Großkonzernen und entsprechenden Lobbies vertreten, in Deutschland die Hermesbürgschaften der Bundesregierung, die aus Steuergeldern finanziert werden.

Gefragt ist allerdings auch "der/die Verbraucherin", der/die kleine Konsumentin, der/die all die Produkte aus Regenwald- und anderer Umweltzerstörung als zu seinem (ihrem) Lebensstandard gehörend betrachtet. Die Verantwortung beginnt also tagtäglich im Supermarkt. Änderungen im Konsumverhalten dürfen nicht auf die kleine Subkultur der "Ökos" (oder wie man sie nun nennen will) beschränkt bleiben. Der massenhafte Konsum von Fleisch muss drastisch reduziert werden. Der Papierbedarf sollte ebenfalls zurückgehen und muss weitestgehend aus Recycling-Papier gedeckt werden. Eine stärkere Nachfrage wird Supermärkte und Kaufhäuser dazu bringen, solche Produkte wieder verstärkt ins Sortiment aufzunehmen und zu bewerben. Oder muss sich bei den anal fixierten Deutschen Lifestyle dadurch zeigen, dass man sich das teuerste Marken-Klopapier leistet? Das würde wahrhaft bedeuten, auf den Regenwald zu scheißen!

Man solte darauf drängen, dass das Problem der Regenwaldzerstörung (natürlich auch alle anderen Formen der Umweltzerstörung, Klimawandel usw.) stärker bei Organisationen wie ATTAC etc.berücksichtigt wird und nicht der tagespolitischen Aktualität zum Opfer fällt. Es geht dabei um die Lebensgrundlagen unzähliger Tiere und Menschen, und zwar nicht nur vor Ort, sondern auch akut in unseren Regionen, wie die jüngsten Klimakatastrophen gezeigt haben. Der Schutz der Regenwälder und anderer Biotope ist kein Luxus für bessere Zeiten!! Gerade für globalisierungskritische Organisationen sollte er absolute Priorität haben.


Einige Adressen für weitere Informationen, zum Unterstützen und Mitarbeiten:

• www.regenwald.org, Rettet den Regenwald e. V., Friedhofsweg 28, D-222337 Hamburg, Tel. 0049(0)40-410 38 04, Fax 0049(0)40-450 01 44
• www.pro-regenwald.org
• www.robinwood.de
• www.treffpunkt-recyclingpapier.de
• www.wwf.de, WWF Deutschland Rebstöcker Str. 55 D-60326 Frankfurt Tel 0049(0)69/79144-142, fax 0049(0)69/79144-112


A.K.T.E. - Redaktion / Franziska Ute Gerhardt


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