Begriffe verhindern "Tierarbeit" Liebe Leserinnen, liebe Leser, Tiere werden weltweit versklavt, gefoltert, ermordet. Versklavte, gefolterte und für den Mord bestimmte Tiere sind vollkommen auf die Hilfe von Menschen angewiesen. Sie haben keine Chance sich und ihre Familien zu retten. Sie brauchen uns. Glücklicherweise gibt es inzwischen einige Menschen, die bereit sind, Schwächeren zu helfen. Ja, eigentlich gibt es beachtlich viele Menschen, die bereit sind, den Schwachen beizustehen, sie zu retten und für sie zu kämpfen. Und würden diese vielen Menschen weltweit zu einer großen Koalition verschmelzen, sie hätten eine so große Macht, dass sie einiges verändern könnten. Warum also verschmelzen diese Menschen momentan noch zu keiner Koalition? Die Menschen haben für ihre "Tierarbeit" inzwischen so viele Begriffe erfunden, die nur für Verwirrung sorgen und effektive "Tierarbeit" verhindern. Nehmen wir einmal den Begriff "Tierrechtler". Diese Bezeichnung wird von niemandem verliehen, und jeder, der sich so bezeichnen möchte, kann sich so bezeichnen. Genauso kann sich jeder "Tierschützer" oder "Tierfreund" nennen. Die englischsprachigen Länder gehen dann noch soweit von "Animal welfare" zu sprechen, um noch etwas mehr Verwirrung in den Wortwald zu bringen. Da das Essverhalten zwangsläufig sehr viel mit "Tierarbeit" zu un hat, kommen dann noch die Bezeichnungen "Veganer", "Vegetarier" etc. mit ins Spiel und das Verwirrspiel ist perfekt. Ginge es jetzt tatsächlich nur um Wörter, wäre das ja alles nicht so schlimm. Doch zeigt sich in der Realität, dass jeder, der sich anders bezeichnet, den anderen als Partner nicht anerkennt, ihn teilweise an der Arbeit sogar hindert. Dabei gibt es nirgendwo irgendeine festgelegte Definition für all diese Begriffe. Und den Tieren gegenüber, die leiden und sterben, ist es geradezu peinlich, dass es Veganer gibt, die sich weigern mit Vegetariern zu kämpfen, oder Tierrechtler, die sich weigern, mit Tierschützern zu arbeiten. Der ideale "Tierarbeiter" müsste sich vegan ernähren, müsste politisch, biologisch, juristisch, medizinisch über die höchsten Kenntnisse verfügen, den Feierabend würde er stets dazu nutzen, irgendwelche Tiere zu befreien, um sie dann gesund zu pflegen. Außerdem wäre der ideale "Tierarbeiter" ständig am Flugblattverteilen, die er natürlich größtenteils selbst entworfen hat, denn ein "Tierarbeiter" müsste natürlich mit aller erdenklichen Computersoftware vertraut sein und dazu noch über außerordentlich künstlerische Fähigkeiten verfügen. Der ideale "Tierarbeiter" sollte natürlich auch einige Bücher veröffentlichen. Diese Bücher dürften niemals einen Widerspruch enthalten, außerdem müssten sie stilistisch so ausgereift sein, dass sie jeden bisher da gewesenen Schriftsteller überflügelten. Natürlich könnte der ideale "Tierarbeiter" viele Sprachen sprechen, damit er mit allen Ländern in Kontakt stehen könnte. Der ideale "Tierarbeiter" stände mit sämtlichen Politikern gut, um sich überall für die Tiere einsetzen zu können. Und natürlich wäre der ideale "Tierarbeiter" absolut gut aussehend, verstünde sich selbstredend mit allen Lebewesen hervorragend, und er würde prinzipiell nur positive Gefühle zeigen, denn Aggressionen dürfte er natürlich niemals haben. Der ideale "Tierarbeiter" würde auch niemals Autofahren, rauchen, Alkohol oder Kaffee trinken. Spätestens an dieser Stelle wird jedem klar werden, dass es keinen "Tierarbeiter" geben kann, der all diese Bedingungen zu erfüllen in der Lage ist. Deshalb wird jeder "Tierarbeiter" immer angreifbar sein. Um jedoch eine effiziente Arbeit für die Tiere weltweit zu erreichen, ist es unabdingbar, dass jeder, der mehr für die Tiere tut, als der Durchschnittsbürger mit Toleranz und Wohlwollen aufgenommen werden muss. Was würde man wohl über eine Grundschullehrerin denken, die von ihren Erstklässlern verlangte, dass sie bereits lesen und schreiben können? Genauso unsinnig ist es von Menschen, die erst jetzt ein offenes Ohr und Auge für das Tierleid haben, zu verlangen, dass sie sofort absolut "perfekt" leben. Wer heute eine Katze rettet, wird morgen Vegetarier. Wer heute Vegetarier ist, wird morgen Veganer. Wer heute Veganer ist, wird morgen politisch aktiv. Und wer heute politisch aktiv ist, wird morgen Tiere befreien. Aber nur dann, wenn die neu gewonnenen Personen nicht aus den eigenen Reihen vertrieben werden. Wer wirklich den Tieren helfen will, greift niemanden an, der mehr tut, als der Durchschnittsbürger, sondern jeder, der wahrhaft helfen will, wird jeden, der mehr tut, unterstützen, damit aus den Katzenrettern von heute die Vegetarier von morgen werden, und aus den Vegetariern von heute die Veganer von morgen. A.K.T.E. - Redaktion / Lydia Tanabe |
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