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Nachrichten über die "Tier-Bewegung" in Japan aus erster Hand

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Japan reformiert erneut Tierschutzgesetz

Es klingt wieder einmal wie ein Märchen. Wir wissen nicht, ob unsere Arbeit das Zünglein an der Waage gewesen war, oder was sonst dazu führte, dass die Regierung innerhalb kurzer Zeit ein zweites Mal das japanische Tierschutzgesetz erweitert hat. Wie dem auch sei, wir können stolz auf unsere Arbeit sein, denn es tut sich was.

Die japanische Regierung hat neue Leitlinien und Gesetze bezüglich der "Heimtier-Haltung" und dem Handel von "Heimtieren" vorgelegt.

Ab 1. Juni 2006 wird jeder, der Handel mit Tieren treibt, einer namentlichen Registrierungspflicht unterliegen. Unglaubwürdigen Händlern – wobei unklar blieb, ob sich dieses "unglaubwürdig" (akushitsu) auf die Geschäftspraktiken oder auf die Tierbehandlung bezieht - kann die Registrierung und die Geschäftslinzenz entzogen werden.

Nun denn, warten wir ab, ob jene Pet-Shops geschlossen werden, deren Tiere wir manchmal in letzter Sekunde retten mussten, weil sie am Verdursten oder Verhungern waren.

Paragraph 5 des neuen "Tierhandels-(Umgangs-)Gesetzes" Absatz "chi" fordert endlich das Tränken aller Tiere und die artgerechte Fütterung. Darüberhinaus ist in Absatz "ri" von einer artgerechten Unterbringung der Tiere die Rede.

Ansonsten ist im Gesetz, das in vielerlei Untergesetze unterteilt ist, viel von Hygiene die Rede, davon, dass die Käfige täglich gesäubert werden und tote Tiere entsorgt werden sollen. Außerdem wird auch Regenschutz und Schutz vor der prallen Sonne gefordert.

Ab 1. Juni 2006 dürfen nun auch Tiere, die vor der "Entsorgung" (Vergasung) stehen an Tierschutz-Gruppen offiziell übergeben werden.

Das Vivisektionsgesetz in Paragraph 41 fordert zwar, dass möglichst wenige Tiere zu Forschungszwecken genutzt werden, andererseits wird aber in Paragraph 4 ("Hunde-und-Katzen- Entsorgungsgesetz") gefordert, dass Tiere, deren Besitzer unbekannt sind, möglichst zu Erziehungs- bzw. Forschungszwecken eingesetzt werden sollen.

Auch wenn das japanische Tierschutzgesetz derzeit voller Widersprüche und vollkommen unausgereift erscheint, so zeigt es doch den guten Willen der Regierung. Es mutet zwar etwas seltsam an, dass wir im letzten Jahr noch mit den Behörden über die Notwendigkeit des Tränkens der Tiere diskutieren mussten und Argumente wie "Der Mensch trinkt ja auch nicht permanent." zu hören bekamen, und dieses Jahr das Tränken von Tieren zum Gesetz geworden ist. Aber wer weiß, vielleicht sind unsere permanenten Aufforderungen doch auf offene Ohren und Herzen gestoßen.

Dieser Gesinnungswandel zeigt aber, dass, was heute noch nicht erkannt ist, morgen zur Selbstverständlichkeit. werden kann. Es besteht also durchaus Grund zur Hoffnung!

Das Umweltministerium gab zusätzlich umfangreiche Leitlinien zur artgerechten Haltung von Wirbeltieren, Reptilien und von Vögeln heraus. Fische wurden leider vollkommen außer Acht gelassen. Diese Leitlinien sind sehr umfassend und geben Auskunft über die elementaren Bedürfnisse der einzelnen "Heimtier-Arten".

Auch die Haltung von "gefährlichen" Tieren, wie Tiger oder Krokodile wird nun genehmigungspflichtig. Aber auch die Kastration von Katzen wurde in den Leitlinien empfohlen. Verwundert waren wir darüber, dass empfohlen wurde, Kaninchen beispielsweise in einem großen Vogelkäfig oder Igel in einem Metallkäfig zu halten, aber zumindest sind einige der Grundbedürfnisse beschrieben worden, so dass diese staatlichen Leitlinien als Mindestforderungen in Diskussionen mit Behörden verwendet werden können.

Leider finden sich sowohl im Gesetz als auch in den Leitlinien noch Stellen, die eventuell zu Komplikationen führen können. So wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass Tiere die menschliche Gesellschaft nicht stören dürfen. Die Lärmbelästigung wird dabei sehr hervorgehoben, was in einem Land, in dem das Durchtrennen von Stimmbändern bei Tieren gang und gäbe ist, sich durchaus negativ auswirken kann. Auch die Betonung darauf, dass Privathaushalte nur eine begrenzte Anzahl von Tieren aufnehmen soll, kann für uns als Tiergruppe in diesem Land ohne Tierheime zu eventuellen Engpässen führen.

Japan hat nun also sein Tierschutzgesetz umfangreich erweitert. Nur: Gesetze sind die eine Seite der Medaille, die Anwendung dieser Gesetze die andere Seite.

Während wir bisher beim Gang zu den Behörden oder zur Polizei drei Seiten "Gesetz" mitnahmen, wird uns jetzt ein großer Papierberg begleiten, denn es würde an ein Wunder grenzen, wenn die Behörden, die nicht einmal die drei Seiten "Tierschutzgesetz" kannten, es fertig bringen würden, sich durch den Dschungel gedruckter Juristerei zu kämpfen.

Die Medien schweigen sich noch über das neue Tierschutzgesetz aus, und es bleibt abzuwarten, ob und wie sich etwas verändern wird. In Anbetracht der Tatsache, dass fast jeder Pet-Shop oder Züchter gegen dieses neue Gesetz verstößt, wird die Umsetzung, so fern sie überhaupt von den Behörden vorangetrieben wird, wohl lange Zeit dauern.

Aber die erste Hürde ist genommen.

SASA Japan bleibt am Ball, denn immer noch werden Hunde und Katzen in die japanischen Gaskammern Tag für Tag getrieben.

Und unsere Petition, die wir mit unseren Kooperationspartnern, allen voran mit dem Arbeitskreis Tierrechte & Ethik - A.K.T.E und Stimmen der Tiere e.V. vorantreiben, wird vielleicht weitere kleine Schritte bewirken. (Zur Petition)

Wir verbleiben mit den besten Grüßen ... yoroshiku onegai itashimasu

A.K.T.E. - SASA Japan - Redaktion / Lydia Tanabe / Stefan Bernhard Eck / 31.05.2006


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Neues aus Japan

Das neue Jahr hat gut begonnen, als der Bekleidungshersteller Uniqlo seinen Beschluss vom 11. Dezember 2005 nun in die Tat umsetzte und den Verkauf von Pelz-Bekleidung einstellte.

Und das Jahr geht gut weiter.

Die japanische Regierung hat endlich beschlossen, ein Gesetz zur Regelung von Tierversuchen einzuführen. Der Gesetzentwurf wurde den einzelnen Tiergruppen vorgelegt. SASA hatte dadurch die Möglichkeit, Verbesserungsvorschläge einzubringen.

Das Gesetz basiert auf dem 3R-Prinzip (Refinement, Reduction, Replacement). Ferner sollen alle Tierversuche an Säugetieren, Vögeln und Reptilien meldepflichtig werden. Außerdem sollen alle Daten zu Tierversuchen sowie die Tierversuchsgründe veröffentlicht werden müssen. Darüber hinaus soll ein eigenes Amt zur Überwachung von Tierversuchen eingerichtet werden. Da SASA sämtliche Tierversuche ablehnt, war es schwierig dieses Gesetz zu kommentieren, aber wir haben etliche Vorschläge eingebracht, die den Tieren hoffentlich zugute kommen werden. Prinzipiell ist ein Gesetz zu Tierversuchen der erste Schritt, und wir denken, dass dieser erste Schritt zu einer Reduzierung der Tierversuche in Japan beitragen wird. Wann dieses Gesetz verabschiedet und in Kraft treten soll, ist noch unklar.

Des Weiteren erreichte uns Anfang März die Nachricht, dass unsere erste Klage gegen einen japanischen Pet-Shop (Heimtier-Handlung) nicht umsonst war. Vor zwei Jahren hatte SASA diesen Pet-Shop verklagt und auch zahlreiche Unterschriften zur Schließung diesen Shops gesammelt. Leider wurde damals in zweiter Instanz das Verfahren ohne Begründung eingestellt. Nachdem die japanische Regierung in diesem Jahr endlich die Registrationspflicht für Pet-Shops einführen will, wurde auf unser Drängen den kommunalen Behörden die Unterschriftenaktion nochmals in Erinnerung gebracht. Und nun: Der Pet-Shop, gegen den wir geklagt hatten, existiert nicht mehr. Er ist bereits abgerissen.

Augenblicklich läuft unsere weltweite Unterschriftenaktion zur Verbesserung der Situation der Heimtiere in Japan an.

Bei der Vorbereitung des Textes arbeiteten wir eng mit den japanischen Gruppen ALIVE und Help Animals zusammen, und ließen uns von unseren Rechtsanwälten beraten. Bei der Verbreitung der Petition helfen uns vor allem der Arbeitskreis Tierrechte & Ethik - A.K.T.E. in Deutschland und Animalsasia in Hongkong, aber auch unzählige Gruppen aus allen Erdteilen.

Trotzdem stehen wir vor dem etwas unerwarteten Problem, dass japanische Behörden keine Onlinepetitionen anzunehmen pflegen, gleichzeitig aber vielen "Tierrechtlern/innen" es anscheinend zu viel ist, für die Tiere das Online-Formular selbst auszudrucken. In Absprache mit unserem Anwalt haben wir nun beschlossen, bei der deutsch- und englischsprachigen Version eine Mischform von Online- und Papierpetition einzugehen, und A.K.T.E. hat sich sofort bereit erklärt, so bald wie möglich eine solche Version online zu stellen.

Dabei sollte jedoch nicht vergessen werden, dass bspw. die ältere Dame von nebenan auch gerne unterschreiben würde, aber keinen Computer hat. Wem es also nicht zu anstrengend ist, für die Tiere einmal ein paar Minuten Zeit zu investieren und das Formular auszudrucken, dann bitten wir sehr, an Infoständen, in der Nachbarschaft, in der Schule, am Arbeitsplatz, etc. um Beteiligung zu bitten. Ob die Petition ein Erfolg wird, liegt an uns allen.

Und daneben gab es natürlich auch die vielen kleinen Erfolge unserer Arbeit. Ein Beispiel unter vielen hierfür ist die Genesung eines kleinen, unterernährten Kaninchens, das wir im vergangenen Jahr aus den Händen eines tierquälerischen Pet-Shop-Besitzers befreien konnten. Seine Vorderläufe waren durch die Haltung in einem winzigen Gitterkäfig bis auf die Knochen durchgescheuert und stark entzündet. Sein Gesamtzustand war sehr kritisch. Nach ein paar Monaten bei einer Mitarbeiterin von SASA erfreut sich heute Kuki - diesen Namen gaben wir ihm - wieder bester Gesundheit und seiner Freiheit, denn in einen Käfig wird er bei uns natürlich nicht gesperrt.

Vorher Nachher

Wir verbleiben mit den besten Grüßen ... yoroshiku onegai itashimasu

A.K.T.E. - SASA Japan - Redaktion / Lydia Tanabe / Stefan Bernhard Eck / 03.03.2006


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Anti-Pelz-Kampagne - erster Domino-Stein gefallen

Mein Pelz gehört mir!

Das Mode-Haus Uniqlo verpflichtete sich am 11. Dezember 2005 durch eine Mail, die an alle japanischen "Tiergruppen" adressiert war, dass es den Verkauf von Echtfellbekleidung definitiv einstellen wird. Derzeit seien nur noch Restposten von Kleidungsstücken mit Biberpelzbesatz im Verkauf, die zukünftig nicht wieder produziert bzw. nicht mehr ins Sortiment aufgenommen werden.

Das Bekleidungshaus Uniqlo ist mit 630 Filialen in allen größeren Städten Japans der Marktführer in der Textilbranche. Uniqlo besitzt in China, England und ab diesem Jahr auch in den USA Filialen.


Ausschlaggebend für die Entscheidung von Uniqlo waren unter anderem die gezielten und permanenten Proteste der japanischen "Tiergruppen". In der Anti-Pelz-Kampagne hatten sich besonders Animal Help und ARC engagiert.

Es bleibt zu hoffen, dass weitere Domino-Steine fallen werden, dass nach und nach auch andere japanische Bekleidungshäuser dem Beispiel von Uniqlo folgen werden.

A.K.T.E. - SASA Japan - Redaktion / Lydia Tanabe / Stefan Bernhard Eck / 11.01.2006


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