SASA Japan

Tierleid in Japan


Die andere Seite der High-Tech-Nation Japan

Die Weltöffentlichkeit muss endlich über katastrophale Lebenssituation unserer tierlichen Freunde in der High-Tech-Nation Japan informiert werden. Über Waljagd und Delphin-Massaker wurde seit etlichen Jahren immer wieder berichtet. Aber in Japan leiden und sterben durch Menschenhand viele andere Tierarten. Sie wurden von den weltweiten Tierschutz- und Tierrechtsgemeinschaft bisher kaum beachtet, weil keine oder nur ganz wenige Fakten über ihr trauriges Schicksal außerhalb Japans bekannt sind.

Deshalb werde ich mit wöchentlich erscheinenden Kurzberichten (mehrsprachig beabsichtigt) über die Lage der Tiere sowie über die Aktivitäten von SASA Japan berichten. Ich werde mit Unterstützung von A.K.T.E. (Arbeitskreis Tierrechte & Ethik) die Tierfreunde in aller Welt über die weitgehend unbekannten Missstände in der Heimtierhaltung und im Tierumgang schlechthin in Japan aufklären.

A.K.T.E. - SASA Japan - Redaktion / Lydia Tanabe
Leiterin / Sprecherin von SASA Japan / A.K.T.E. Mitarbeiterin - Ressort Fernost


Bericht 1 / 04.10.2005

Die staatlichen Gaskammern

Jährlich werden in Japan zwischen 400.000 und 600.000 Katzen und Hunde vom Staat vergast. Bei den vergasten Tieren handelt es sich bei zwei Drittel um Katzen, von denen wiederum 95 Prozent noch nicht einmal das Alter von 6 Monaten erreicht haben. Die Tiere stammen meist entweder von Pet-Shops, die ihre Tiere nicht selbst ":entsorgen" können oder wollen oder um lästig gewordene oder aus der Mode gekommene tierliche Familienmitglieder, die von ihren menschlichen Eltern zur Vergasung abgegeben werden.

Verantwortlich für die Vergasungen sind die so genannten Beratungsstellen für Tierliebe und Tierschutz (Doubutsu Aigo Soudan Senta). Die Beratungsstellen sind den Präfektural- bzw. Stadtregierungen unterstellt, so dass sich die Ermordungsfrist je nach Präfektur unterscheidet. Während manche Präfekturen ihre Tiere noch am Anlieferungstag vergasen oder aber aus Personalmangel monatelang in kahlen Räumen ohne Wärme- und Kälteschutz und ohne ausreichende Nahrung lassen, wird in den meisten Fällen Hunden eine Frist von 1-2 Wochen und Katzen eine Frist von einem Tag bis zu einer Woche gelassen, um eventuell adoptiert zu werden. Das Beratungszentrum liefert auch einen Teil der Tiere an Forschungslabors zu Versuchzwecken.

Am Vergasungstag werden in enge Gaskammern so viele Tiere als nur möglich gepfercht. Die Gaskammer füllt sich dann auf Knopfdruck mit Gas, die Tiere kämpfen und schreien noch bis zu ca. 10 Minuten um ihr Leben. Wenn das Schreien aufhört, wird die Gaskammer automatisch über die Leichengrube gefahren, der Boden der Gaskammer öffnet sich und die toten Körper fallen in die Grube, von wo aus sie wieder automatisch auf dem Fließband zur Verbrennung gelangen. Ein Teil der Tiere, vor allem junge Kätzchen, die das Gas überlebt haben, werden dann also bei lebendigem Leibe verbrannt.

Einer Umfrage zufolge hält ein Drittel der japanischen Bevölkerung die Vergasungen für richtig, da es sich im juristischen Sinne um Sachen handele, die beliebig entsorgt werden dürfen.

Etwa ein Drittel der Bevölkerung hat Mitleid mit den Tieren, sieht aber zu den Vergasungen keine Alternative. Das restliche Drittel spricht sich gegen die Vergasungen von Hunde und Katzen aus.

 

A.K.T.E. - SASA Japan - Redaktion / Lydia Tanabe / 03.10.2005


Bericht 2 / 28.10.2005

Sind Tiere Fernsehapparate?

Möchte man heutzutage einen Fernsehapparat kaufen, so geht man wohl kaum direkt zum Hersteller, sondern in ein Elektrofachgeschäft oder in ein Kaufhaus, das wiederum den Fernsehapparat von einem Großhändler bezogen hat. Beim Handel mit Tieren wird aber in den meisten Ländern der Weg über den Großhandel ausgespart.

In Japan ist aber der Tierhandel fast genauso strukturiert wie der Handel mit Elektrogeräten oder anderen Waren. Kaum jemand in Japan geht direkt zu einem Züchter, um sich sein tierliches Familienmitglied abzuholen, sondern die meisten Tiere - vor allem Kleintiere, Vögel und Reptilien - werden vom Züchter in ein Lebendzentrum (seitai senta) gebracht, von wo aus sie dann an die diversen Pet-Shops verkauft werden. Katzen und Hunde werden inzwischen teilweise vom Züchter an die Pet-Shops geliefert, aber sehr oft auch noch über die Lebendzentren weiterverkauft. Beim Transport der Tiere in die Pet-Shops werden sie im Lebendzentrum wie Fernsehapparate in Kartons gepackt und je nach Größe auch gestapelt. Da Tiere jedoch im Gegensatz zu Fernsehapparaten die Angewohnheit haben, sich zu bewegen, werden sie in den meisten Fällen für den Transport gefesselt. Da sie auch ohne Wasser versandt werden, ist die Zahl der Todesfälle beim Transport besonders hoch, was wiederum zu hohen Verkaufspreisen in den Pet-Shops führt.

Der Durchschnittsjapaner kauft sein Heimtier in der Regel in einem Pet-Shop zu einem meist hohen Preis - außer es handelt sich um einen Ladenhüter, der kurz vor der "Entsorgung", noch billig angeboten wird. In Japan gibt es zwei Arten von Pet-Shops, alte Downtown-Pet-Shops und hochmoderne Luxus-Pet-Shops. In beiden Arten von Pet-Shops werden aber die Tiere wie Fernsehapparate gestapelt ausgestellt. Ein weiteres Problem ist, dass in fast keinem der Hunderttausende von japanischen Pet-Shops den Tieren immer Wasser zur Verfügung steht, denn trinkt ein Tier viel Wasser, dann uriniert es auch häufiger, was zu Geruchsbelästigung und erhöhten Reinigungskosten führen würde. Deshalb bekommen die Tiere nur Wasser in ganz kleinen Mengen oder nur jeden zweiten oder dritten Tag. Dass die Fütterung und Unterbringung alles andere als "artgerecht", ist, muss wohl kaum noch erwähnt werden.

In den Downtown-Pet-Shops werden die Tiere, egal welcher Spezies sie angehören, meist in Vogelkäfigen untergebracht. So ist es keine Seltenheit Schildkröten oder Hirschkäfer Hunde oder Katzen, Kaninchen oder Meerschweinchen in Vogelkäfigen eingesperrt anzutreffen. Die Tiere werden häufig mit Vogelfutter verköstigt, was gerade für Kaninchen oder Meerschweinchen den frühen Tod bedeutet. Fleischfressende Tiere erhalten in den Downtown-Pet-Shops gewöhnlich ihre frisch verstorbenen tierlichen Kameraden zum Abendbrot. Im Gegensatz dazu werden die Tiere in den hochmodernen Luxus-Pet-Shops in Glasvitrinen gehalten, damit die Kunden sie besonders gut sehen können. Viele dieser neuen Pet-Shops sind rund um die Uhr geöffnet, so dass selbst nachtaktive Tiere ständig grellem Licht ausgesetzt sind und nie Ruhe zum Schlaf finden. Die Glasvitrinen haben auch den Nachteil, dass sie sich vor allem im heißen japanischen Sommer stark erhitzen und die Tiere nicht selten einem Hitzschlag erliegen.

Die hochmodernen Luxus-Pet-Shops erfreuen sich großer Beliebtheit, weil sie besonders junge Tiere verkaufen. Zwei bis drei Wochen alte Kätzchen, Hündchen oder Kaninchen, die sich eigentlich nur nach der Wärme und Liebe ihrer Mutter sehnen, sitzen verängstigt und unbeweglich in den sterilen Glasvitrinen.

Die vollkommen unartgerechte Unterbringung und Fütterung sowie die geringe Tränkung und die extremen Temperaturschwankungen in den Pet-Shops, aber auch das zu frühe Wegreißen von der Mutter führt bei den Tieren zwangsläufig zu Erkrankungen. Wird das Tier bereits im Pet-Shop so krank, dass man es ihm ansehen kann, so wird es in den Luxus-Shops in Kartons gepackt und lebend eingefroren oder aber in den Hinterhof gestellt, wo es seinem Schicksal überlassen wird, sollte es nicht zufällig von einem von uns gerettet werden. In den Downtown-Pet-Shops sterben kranke Tiere in ihrem Käfig, um dann, wie oben bereits erwähnt, an andere Mitinsassen verfüttert zu werden.

Kauft jedoch ein Kunde eines der kranken Tiere, so freut sich der Pet-Shop-Verkäufer genauso wie der Verkäufer, der einen Fernsehapparat mit nur einem Monat Garantie verkaufen konnte. Denn geht der Fernseher nach Ablauf der Garantie kaputt, kommt der Kunde wieder. Und auch der Pet-Shop-Kunde kommt in den meisten Fällen wieder, wenn sein Hündchen nach kurzer Zeit der Staupe erlegen ist oder sein Kätzchen an Peritonitis gestorben ist.

A.K.T.E. - SASA Japan - Redaktion / Lydia Tanabe / 28.10.2005


Bericht 3 / 04.12.2005

Menschliche Züchtertypen in Japan

Angenommen, die Zucht von Haustieren sei ethisch vertretbar, dann würde sich immer noch die Frage stellen, wie mit den gezüchteten Individuen umgegangen werden soll.

In allen Ländern dieser Erde wird derzeit die Zucht von Tieren an sich juristisch noch nicht in Frage gestellt - eine Ausnahme bildet der Mensch-, der Umgang mit den gezüchteten Tieren ist aber zumindest vielerorts gesetzlich einigermaßen geregelt. Nicht so in Japan. Züchten kann, wer will, wen er will und wie er will.

So finden sich zwei menschliche Züchtertypen.

Der erste Züchtertyp strebt danach mit seinen Tieren auf Ausstellungen Preise zu gewinnen. Deshalb züchtet er ausschließlich ein bis zwei Rassen einer Spezies. Er kümmert sich nur um wenige Tiere, und bringt meist die Tiere, die dem eugenischen Rassestandard nicht entsprechen, entweder in die staatlichen Gaskammern oder verkauft sie zu Billigpreisen an Downtown-Pet-Shops, als Versuchstiere an Forschungslabors oder als Spielzeug an Streichelzoos.

Der zweite Züchtertyp möchte vor allem Geld verdienen. Dass eine seriöse Zucht niemals lukrativ sein kann, ist allgemein bekannt. Spart man jedoch an Personal und am Futter, spezialisiert man sich nur auf die Tiere, die gerade in Mode sind, verzichtet auf die notwendige Sozialisation der Tiere und nimmt sie möglichst früh der Mutter weg, dann kann durchaus ein schneller Yen verdient sein, zumal sich sowieso keine öffentliche Behörde für die Zuchten interessiert.

Der Großteil der Tiere in den Pet-Shops stammt von solchen Züchtern. Die Zuchtstätten sind meist von hohem Stacheldraht oder Mauern umgeben, Einlass wird Außenstehenden nicht gewährt. Trotzdem gelang es, einem Hundezüchter hinter die Mauern zu blicken. Und ...hier sagen Bilder mehr als Worte.

A.K.T.E. - SASA Japan - Redaktion / Lydia Tanabe / 04.12.2005


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