Über die Rubrik "Soll-Zustand" Sehr verehrte Leserinnen und Leser, in der Rubrik "Soll-Zustand" wollen wir Denkanstöße und Vorschläge zur praktischen Umsetzung einer universalen Ethik liefern, die zu einer friedlichen Koexistenz der Menschen untereinander und zwischen Menschen und Tieren führen soll. Es wäre vermessen, zu glauben, dass die "Moralen" und insbesondere der Tierumgang des Menschen sich innerhalb kurzer Zeit radikal verändern lässt. Die Sklaverei oder die Unterdrückung der Frau reichen bis in vorgeschichtliche Zeiten zurück. Bis zur Einsicht in die grundlegende Ungerechtigkeit dieser Unterdrückung und Ausbeutung und bis zu ihrer Abschaffung, die zumindest in einigen "zivilisierten Ländern" erreicht wurde, vergingen Jahrtausende. Die Abschaffung der Versklavung und Ausbeutung der Tiere wird sich hoffentlich schneller vollziehen, aber die Verwirklichung des Tierrecht-Gedankens innerhalb von einigen Jahrzehnten zu prognostizieren, wäre reines Wunschdenken. Bis ein Paradigmenwechsel im moralischen Bewusstsein und in den spezifischen Wertsetzungen unserer Gesellschaft sich abzeichnen wird, werden Generationen vergehen. Weil also die Sichtweise des einzelnen Menschen, wie auch die der Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kirche in Beziehung auf den moralischen Status der Tiere und in Beziehung einer gerechten moralischen Berücksichtigung ihrer elementaren Bedürfnisse und Interessen sich nur sehr langsam und widerstrebend verändern wird, ist es erforderlich, nicht nur das Fernziel aufzuzeigen, sondern auch den dorthin führenden Weg zu beleuchten. Deshalb werden wir uns neben dem anzustrebenden Idealzustand vor allem auf die verschiedenen Schritte und Etappen konzentrieren, die zu einem tierproduktfreien Konsum und einer ethischen Lebensweise führen. Dabei wird von uns berücksichtigt, dass unsere "Strategie der Politik der kleinen Schritte" und der "Kurs der Reform und Abschaffung" logischerweise auch auf den einzelnen Menschen Anwendung finden sollte, was uns zur Akzeptanz und Toleranz gegenüber einer vielleicht zögerlichen oder schrittweisen moralischen Entwicklung in Beziehung auf die konsequente Umsetzung des Tierrecht-Gedankens nötigt. Auch für das Zusammenwirken und die Vorgehensweise von Tierschutz- und Tierrecht-Bewegung zur Erreichung gemeinsamer Zielsetzungen wollen wir Denkanstöße und Vorschläge unterbreiten, weil gerade die Tierschutz- und Tierrecht-Bewegung durch ihr öffentliches Auftreten und ihr Verhältnis untereinander maßgeblich den zu wünschenden Paradigmenwandel in unserer Gesellschaft beeinflussen und ihn - je nach der Bündelung ihrer Kräfte und ihrem gemeinsamen Auftreten - beschleunigen oder verzögern können. Darüber hinaus werden wir Vegetarismus und Veganismus einer eingehenden Betrachtung unterziehen und auf die jeweils kritischen Punkte und Schwachstellen aufmerksam machen, die sich aus unserer Sichtweise ergeben. Außerdem werden wir unsere Vorstellungen über eine ethische Lebensweise und den Weg zu einem tierproduktfreien Konsum erläutern. Wir machen darauf aufmerksam, dass es uns auf Grund der Komplexität tierrechtrelevanter Maßnahmen auf gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Ebene, die zu einer realen Verbesserung der Lebensverhältnisse der Tiere oder zur gänzlichen Abschaffung ihrer Ausbeutung führen, nicht möglich sein wird, mit schnellen Antworten aufzuwarten. Wir bitten daher unsere Leserinnen und Leser schon heute um Geduld. Herzlichst Ihr Stefan Bernhard Eck und das A.K.T.E.-Redaktionsteam |
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